Zero Waste Event | Planung von umweltfreundlichen Veranstaltungen

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Zwei Kilo Müll und etwa 37 Kilo CO2 werden im Durchschnitt pro Person auf einer Veranstaltung laut der EnergieAgentur NRW produziert, z.B. bei Festivals, Tagungen und Messen. Als Gast auf einem Straßenfest zero waste unterwegs, zu Karneval oder beim Zero Waste Picknick – mit ein paar wissenswerten Kniffs lässt sich das als Besucher:in müll- und verschwendungsfrei gut handhaben.

Aber wie richte ich selbst ein Zero Waste Event aus? Was ist bei der Planung zu beachten, um Ressourcen zu sparen und Verschwendung und Müll zu vermeiden? Sei es in einer ganzen Stadt wie beim NRW-Tag mit 600.000 Besucher:innen, bei einer Mottoparty mit Kostümen, Konferenz, als Zero Waste Büro zum Tag der offenen Tür, beim Barcamp,  Blogger Meetup, Festival, Straßenfest, … oder im kleineren Rahmen zum Geburtstag?

Klimaneutrale, müll- und verschwendungsfreie Veranstaltungen sind das Ziel. Wieder aufgrund von Eigennutz entstanden, sind in diesem Beitrag grundlegende Parameter aufgelistet. Je nach Ausrichtung und Größe des Zero Waste Events, lassen sich Punkte zur individuellen Planung herausgreifen.

Der kurze Weg zu den einzelnen Beitragsthemen per Link:
Ort der Veranstaltung
Mobilität
Unterbringung
Energie und Wasser
Essen und Trinken
Abfall und Ressourcen
Kommunikation und Werbung
Unterhaltungs- und Informationsangebote
Quellen und weitere Informationen

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Ort der Veranstaltung

  1. Zur Reduzierung der verkehrsinduzierten Umweltbelastungen, sollte die Räumlichkeit für das Zero Waste Event nach dem Prinzip der kurzen Wege für alle Beteiligten (Veranstalter:innen, Gäste, etc.) ausgewählt werden unter Einbezug der Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
  2. Je mehr Infrastruktur bereits vorhanden ist, desto besser (weniger Zeit, Material- und Energieaufwand): eingerichtete Küche (Leitungswasser, Geschirr, Spülvorrichtung, Kühlschrank), Sanitäranlagen, Mobiliar (Stühle, Tische), Technik (Licht, Ton, Beamer, Heizung), Barrierefreiheit, Brandschutz, etc.
  3. Kriterien zur Auswahl von Räumlichkeiten: Energieversorgung (Ökostrom, etc.) und Energieverbrauch, Tageslichtnutzung, Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen (übergeordnetes Zero Waste Konzept: Verwaltung, Lebensmittel, Reinigung, Abfallmanagement, usw.), Barrierefreiheit.
  4. Zeitlich leerstehende Räumlichkeiten nutzen: Kirchen, Bildungseinrichtungen, Gastronomie, etc.
  5. Auslastung von Raum: Ist ein Stand/Raum z.B. für sich vorstellende Initiativen über den gesamten Zeitraum zu viel – Zeitfenster vereinbaren. Das ist ein Gewinn für kleiner aufgestellte Impulsgeber:innen, sowie eine Erweiterung der Angebotsvielfalt für Gäste.
  6. Die Organisation von kleineren Veranstaltungen draußen können mithilfe der Ausrichtung, z.B. als Zero Waste Picknick, und der Teilnehmenden minimiert werden: Mitbringen von Essen, Getränken, Geschirr, Decken.

Mobilität

  1. Die Erreichbarkeit des Veranstaltungsortes mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrrad (inkl. ausreichender Parkmöglichkeiten) sollte bei einem Zero Waste Event gewährleistet sein.
  2. Je nach Veranstaltung machte es Sinn, finanzielle Anreize mittels digitalen Kombitickets zu schaffen, z.B. zur Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, Leihfahrrädern vor Ort, Vergünstigung der Unterbringungskosten.
  3. Bei stadtteilübergreifenden Großveranstaltungen sollten zusätzliche Fahrradabstellplätze in ausreichender Anzahl installiert werden, auch im Hinblick auf den Bedarf der dauerhaften Erweiterung von Parkmöglichkeiten.
  4. Braucht es einen Shuttle-Service? Fahrradtaxis sind eine Möglichkeit, je nach Ort und Bedarf in Kooperation mit vorhandenen Unternehmen (Beispiele in Köln: Chike, Donk-ee).

Unterbringung

  1. Je nachdem, kann ein Netzwerk zur kostenfreien Unterbringung von Gästen sinnvoll sein, Kosten sparen und Ressourcen die mit Hotelübernachtungen einhergehen, schonen (Beispiele von Kooperationsmöglichkeiten: be welcome, Couchsurfing, Nebenan). Für Hotelübernachtungen sollten Angebote mit Bio-Standard empfohlen werden und solche, die sich um Zero Waste mindestens bemühen.
  2. Falls mehrere Leute in einem Haus untergebracht werden, können vorab gesonderte Konditionen vereinbart werden, ebenso Vergünstigungen für die Anreise per ÖPNV.

Energie und Wasser

  1. Bei Veranstaltungen draußen, sollte Strom möglichst aus dem öffentlichen Netz bezogen werden (gewünscht: Ökostrom).
  2. Über Generatoren sollte nur Leistung erzeugt werden, die nicht aus dem Netz bezogen werden kann.
  3. Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauches:
    – Energieeffiziente Geräte und Beleuchtung (LED); Geräte nur einschalten, wenn sie benötigt werden (Tageslichtnutzung).
    – Zum Nutzen batteriebetriebener Geräte wiederaufladbare Batterien verwenden (keine Nickel-Cadmium-Batterien).
    – Wasser- und Abwasseranschlüsse sollten in ausreichendem Ausmaß am Veranstaltungsort vorhanden sein (Geschirrmobil, Trinkwasserzapfstellen, etc.).

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Essen und Trinken

Getränke

  1. Der Ausschank von Getränken sollte bei einem Zero Waste Event über Schankanlagen und/oder in Mehrweg-/Pfandflaschen erfolgen.
  2. Für die Getränkeausgabe eignen sich Mehrweg-Gläser, -Becher oder -Tassen. Falls diese nur aus Kunststoff einsetzbar sind (Glasverbot, Verletzungsgefahr), sollten diese recyclefähig sein. Ist das Labeln der Behälter unbedingt erwünscht oder nötig, sollten keine einmalig gültigen Texte genutzt werden (Datum, einmaliger Veranstaltungstitel). 
  3. Getränkedosen sollten ausgeschlossen werden, weder zum Ausschenken, noch als Sponsorware.
  4. Mögliche Vorgaben des Getränkeangebots:
    – Mindestens zwei der angebotenen Getränke sind aus biologischer Herkunft, regionale Getränke bevorzugt.
    – Frische Milch wird in mindestens Bioqualität angeboten (in Pfandbehältern für Kaffee und Kakao) und pflanzliche Milchalternativen (vorzugsweise Hafermilch in Pfandflaschen) gehören zum Angebot.
    – Sofern ein Frischwasserzugang zur Verfügung steht, sollte angeboten werden, Leitungswasser in mitgebrachte Gefäße und Flaschen kostenfrei abzufüllen. 
  5. Bei Festivitäten die sich über Stadtbereiche ziehen, bietet sich im Vorhinein an, Gastronom:innen und Einzelhändler:innen das Refill-Label vorzustellen. Lokale und Läden signalisieren mit dem von außen gut sichtbaren Label “blauer Tropfen”, dass dort das kostenfreie Abfüllen von Leitungswasser in eigene Behälter angeboten wird.
  6. Ebenso ist (je nach Eventgröße) der Einsatz von mobilen Trinkwasserzapfstellen sinnvoll, vorzugsweise Trinkbrunnen als dauerhafte Einrichtung.
  7. Für Kaffee und Tee sollten Kapselsysteme nicht gestattet werden. Importierte Produkte wie Kaffee, Tee und Kakao sollten mindestens Bio zertifiziert und fair gehandelt sein.
  8. Strohhalme sind selten erforderlich und sollten nicht angeboten werden. Bei tatsächlichem Bedarf sind Mehrweg-Strohhalme die Wahl, keine Einweg-Strohhalme (ob aus Kunststoff oder ökologisch nachhaltigerem Material, es bleibt ein Wegwerfprodukt).

Speisen

  1. Grundlegende Kriterien bei der Auswahl der Speisen: regional, saisonal, ökologischer Anbau, fairer Handel.
  2. Ketchup, Mayonnaise, Senf, Kaffeesahne, Zucker, etc. in Portionsverpackungen sollten ausgeschlossen sein.
  3. Zur Lebensmittelabfallvermeidung sollte akzeptiert sein, dass Speisen ausgehen und die Ausgabe von übrig gebliebenen Speisen sollte organisiert werden. Auch hier bieten sich Kooperationen mit lokalen Partner:innen an, die Lebensmittel retten, zur Beratung, zur Durchführung, zum Bezug z.B. geretteter Lebensmittel (Beispiele in Köln: Foodsharing, The Good Food, Too Good To Go, Ernährungsrat Köln).
  4. Das Speisenangebot sollte für die Gäste gut erkennbar ausgewiesen sein, gekennzeichnet mit z.B. vegetarisch, vegan, glutenfrei, Schweinefleisch, regionale Herkunft, etc. Wenn das Essen breit aufgestellt sein soll, hier ein mögliche Vorgabe:
    – Die angebotenen Speisen sind aus biologischer Herkunft, regional, saisonal und fair gehandelt.
    – Mindestens die Hälfte der angebotenen Speisen sind vegetarisch, davon mindestens die Hälfte vegan.
    – Verwendete Eier stammen aus regionaler biologischer Freilandhaltung.
    – Gefährdete Meeresfrüchte und Fischarten, sowie Gänsestopfleber sollten nicht angeboten werden.
  5. Für die Speisenausgabe sollte Einweg-Geschirr, egal aus welchem Material, ausgeschlossen sein. Eigenes oder gemietetes Mehrweg-Geschirr sollte zum Einsatz kommen. Nebeneffekt: Aufwertung der Veranstaltung und des Angebots.
  6. Für den Bedarf sollten wiederverwendbare Stoff- statt Papierservietten angeboten werden.

Organisation

  1. An allen Ständen sollten Schilder angebracht werden mit der Einladung/Aufforderung: “Bring Deinen eigenen Behälter mit”, möglichst barrierefrei in verschiedenen Sprachen und mit Icons.
  2. Je nach Event ist der Einbezug von Gastronomiebetrieben in der direkten Umgebung des Veranstaltungsortes sinnvoll (kurze Lieferwege, Nutzung vorhandener Infrastruktur).
  3. Das Ziel sollte sein, dass Lieferbetriebe ausschließlich Mehrweg-Transportverpackungen einsetzen, keine Verwendung von Einweg-Kartons, statt dessen Mehrweg-Transportverpackungen aus Kunststoff, Metall, Holz. 
  4. Bei größeren Veranstaltungen könnten als Transportmittel von Schmutzgeschirr zu den Spülstationen Lastenräder zum Einsatz kommen, z.B in Kooperation mit lokalen Hersteller:innen/Verleihstationen (Beispiele in Köln: Chike, Donk-ee).
  5. Es sollten nur ökologisch unbedenkliche Reinigungsmittel verwendet werden. Dazu können digitale Handouts im Vorhinein an alle Gastronomiebetreiber:innen versendet werden (Vorschlag von Reinigungsmitteln, Hinweise zum sparsamen Einsatz).

Abfall und Ressourcen

  1. Der anfallende Müll sollte getrennt gesammelt werden. Dafür sind für die Gäste ausreichend Behälter mit eindeutiger Beschriftung in verschiedenen Sprachen und Icons bereitzustellen. Hier bietet sich die Weitergabe von Informationen zur Mülltrennung an mittels Infotafel oder QR-Code zu informativen Websites.
  2. Bei Auf- und Abbau sollte möglichst wenig Abfall erzeugt werden, z.B. durch gute Planung und Anweisung vorab (Lieferant:innen, Subunternehmen, etc.) und Wiederverwendung. Trotzdem anfallende Abfälle sind getrennt zu sammeln und fachgerecht zu entsorgen.
  3. Kommen Stände zum Einsatz, sind diese hinsichtlich der Wiederverwendbarkeit zu organisieren mit minimalem Material- und Transporteinsatz. Bsp. Eingelagerte Weihnachtsmarktstände, Leihgabe, Mitnutzungsgebühr. 
  4. Die Ausstattung der Stände seitens der Standbetreiber:innen sollte wiederverwendbar umgesetzt werden, z.B. mit Mietmöbeln, ohne Einmalteppiche und Einweg-Deko (Bsp. Schnittblumen, Luftballons).
  5. Je nach Größe des Events sollte es ein übergeordneten Abfallkonzept geben. Ein Ansatz kann sein, dass Standbetreiber:innen den bei ihnen am Stand anfallenden Müll (durch sie selbst oder durch Gäste) selber fachgerecht getrennt entsorgen und der Einsatz der städtischen Müllabfuhr entfällt (Müllkaution).
  6. Bei Veranstaltungen im Stadtgebiet sollte der Einsatz von Chemietoiletten möglichst vermieden werden. Mit anliegenden Lokalen kann die Nutzung ihrer Toiletten abgestimmt und für Besucher:innen kenntlich gemacht werden. Hinweisschilder können einmalig erstellt, gemailt, einmalig ausgedruckt und immer wieder verwendet werden, inkl. digitales Handout mit der Info zur Müllvermeidung auf Toiletten. Die Kosten, die für Chemietoiletten entfallen, könnten für die teilnehmenden Lokale für deren Mehraufwand bereitgestellt werden. Braucht es mobile Sanitäranlagen sind Öko-Toiletten die Alternative (Bsp. Komposttoiletten). 
  7. Ist die Ausgabe von Flaschen mit Kronkorken nicht abzuwenden, könnten an allen Ausgabestellen Sammelbehälter für Kronkorken bereitgestellt um diese an Blechwech für den guten Zweck weiterzugeben (Weitergabe organisieren). 
  8. Ebenso können zur Müllvermeidung, und Weiterverarbeitung an Tobacycle, ausreichend Sammelstellen für Zigarettenkippen bereitgestellt werden (Weitergabe organisieren), inkl. der Information zum Thema “Zigaretten / Umweltschäden”. 

Kommunikation und Werbung

  1. Bereits im Vorfeld sollte die Einladung zur Veranstaltung mit dem Ziel nachhaltiger Aspekte, der Vermeidung von Verschwendung und Müll beworben werden. Dies wirkt als Ansporn, die gesetzten Ziele tatsächlich gemeinsam (Veranstalter:innen, Ausstatter:innen, Gäste) zu erreichen und wirbt in der Außenwirkung bei anderen Organisator:innen von Veranstaltungen für die Machbarkeit und den Nutzen nachhaltig ausgerichteter Aktivitäten.
  2. Einladungen können passend zum Zero Waste Event auf verschiedene Weisen ausgesprochen werden. Möglichkeiten: Website, Pressemitteilungen, Newsletter, Social Media, etc.
  3. Werbeplakate sollten in der Anzahl bedacht und umweltschonend produziert und an klug gewählten Orten, wo möglichst viele Menschen sie sehen, eingesetzt werden. Für diesen minimierten gezielten Einsatz sollten Recyclingpapier und schadstofffreie, vegane Druckfarben verwendet werden (Ökodruckerei).
  4. Statt der aktiven Verteilung von Flyern, bieten sich Infotafeln und Flyer-to-stay mit dem Hinweis zum Abfotografieren an. 
  5. Wenn wünschenswerterweise künftig mehrere Events nach Zero Waste Kriterien ausgerichtete werden, möglicherweise sogar in den immer gleichen Räumlichkeiten, brauchen bestimmte Werbe- und Hinweisartikel zur fortwährenden Wiederverwendung nur einmalig erstellt werden: Wegweiser, Name der Veranstaltung, Inhalte der Zero Waste Ausrichtung, etc. auf Beachflags, Banner, Rollups, Tischaufstellern (ohne Nennung von allem das wechselt, z.B. Datum, Referent:innen). 
  6. Mitwirkende bei der Organisation, Ausstatter:innen, Aussteller:innen, etc. sollten im Vorfeld über die Zero Waste Ausrichtung des Events informiert sein, Ausschreibungen sind entsprechend auszuarbeiten, Aufträge zu vergeben.
  7. Alle Aussteller:innen sollten ihre Produkte maximal abfallfrei präsentieren, z.B. mit Kreide beschrifteten Tafeln.
  8. Give-Aways sollten ausgeschlossen oder mindestens hinsichtlich ihrer Ökobilanz ausgewählt werden. Übliche Werbegeschenke, ob herkömmlich oder als Öko-Variante: Kugelschreiber, Luftballons, Beutel, etc., braucht kein Mensch, sie tragen zur Umweltbelastung bei. Alternativen mit einem positiven Nutzen können z.B. Samenbomben und Öko-Konfetti sein, z.B. selbst hergestellt in vor Ort angebotenen Workshops.
  9. Bei Essens- und Getränkeangeboten an Ständen, sollten Gäste im Vorfeld dazu eingeladen werden, für sich selbst Behälter, Besteck, Flaschen (um kostenfrei Trinkwasser abzuzapfen) mitzubringen, sofern keine Mehrweg-Ausstattung dazu gewährleistet ist.
  10. Sollte es Namensschilder geben, sind diese wiederverwendbar herzustellen. Am einfachsten ist es, in der Einladung um das Mitbringen des eigenen Namenschilds zu bitten (z.B. Wäscheklammer beschriften). Eine alternative Lösung sind Schmierzettel aus Altpapier und zur Befestigung an der Kleidung Wäscheklammern oder Sicherheitsnadeln.
  11. Unterlagen und Handouts sollten vorrangig digital ausgegeben und nur bei Bedarf doppelseitig bedruckt zur Verfügung gestellt werden (100% Recyclingpapier, Druck mit veganen Farben auf Pflanzenölbasis).
  12. Mitwirkende und Gäste sollten über die Anreisemöglichkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, sowie dem Fahrrad (und Parkmöglichkeiten) im Vorfeld informiert werden. Sind Vergünstigungen ausgehandelt, sind diese als Anreiz zu kommunizieren.
  13. Über die Beweggründe zur Ausrichtung des Events sollte informiert werden. Nach Möglichkeit unterstreicht z.B. eine Gegenüberstellung die Ausrichtung eindrucksvoll und motivierend zum Mitmachen und Nachahmen: bisher üblicher Ressourcenverbrauch und gängiges Müllaufkommen bei Events im Vergleich zum aktuellen Vorhaben bis hin zur Zukunftsvision (Stromverbrauch, Kg-Müll, CO2).

Unterhaltungs- und Informationsangebote

  1. Tischtennisturnier, Kicker, etc. innerhäusig, auswärts Radtour, Paddeln, usw. benötigen lediglich die eigene Energie. Es gilt dabei, die Angebote der Umgebung zu nutzen. 
  2. Pop-Up Umsonstladen/Tauschaktion einrichten (Raum, Nische), wo jeder Gast hinbringen kann, was im Haushalt nicht mehr gebraucht wird und mitnehmen kann, was ihm nutzt und gefällt. Diese Aktion verdeutlicht das Ausmaß an vorhandenen Sachen die weiter genutzt werden können: Verlängerung der Nutzungsdauer, Vermeidung von Ressourcenverschwendung durch Neukauf.
  3. Ein Markt mit Infoständen von Initiativen, Vereinen, thematisch passenden grünen Unternehmen, etc. belebt das Zero Waste Event Angebot.
  4. Filmloop, Filmnacht: (Kurz-) Filme zeigen, Dokumentationen rund um die Themen Umweltschutz, Zero Waste, etc. (Beispiele: Die grüne Lüge, Plastic Planet, Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen), ggf. mit anschließender Diskussion.
  5. Malaktion mit Kindern, Beispiel-Fragestellung: “Wie stellst du dir eine autofreie Stadt/Straße vor?”. Schilder zur Müllvermeidung in Kita und Schule basteln (Beispiel: “Bring Deinen eigenen Behälter mit”, Erläuterung Mülltrennung).
  6. Stromerzeugende Stand-Fahrräder an denen radelnd Stromerzeugung per Anzeige, Glühbirne, Handy, etc. ablesbar sind. Stärkung des Bewusstseins zum Wert von Strom und dessen Verbrauch.
  7. Podiumsdiskussion zur Bedeutung des ausgerufenen Klimanotstands, zur Einhaltung der Klimaschutzziele, etc. mit Umweltaktivist:innen*, Vereinen, Person des öffentlichen Lebens*, Vertreter:innen aus Politik*, Stadtverwaltung.
  8. Musik, Kabarett, Poetry Slam, Lesungen zum Thema Umweltschutz*

Quellen und weitere Informationen

  1. Umweltbundesamt
    Leitfaden für die nachhaltige Organisation von Veranstaltungen
    Umweltfreundliche Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen
  2. Energieagentur NRW
    Klimaneutrale Veranstaltungen
    Event-Rechner zur Kalkulation, Reduzierung, Kompensation
  3. Stadt Wien
    Beratung und Auszeichnung von Öko-Events
    Kommunikation, Werbung, Verleih
  4. Stiftung Naturschutz Berlin
    Abfallvermeidung und -trennung auf Märkten und Straßenfesten
  5. Sonstiges
    Beispiel einer mobilen Spülstation
    Beispiel mobiler Öko-Toiletten

Meine Bewunderung zur Unterstützung von umweltschonenden Events liegt bei der Stadt Wien. Veranstalter:innen reichen eine Checkliste ein und je nach Erfüllen des Kriterienkatalogs wird das Event mit einem Prädikat ausgezeichnet. Seit 2010 erhalten Veranstalter:innen fachliche Unterstützung seitens der Stadt bei der Planung von “Öko-Events”, inklusive der immer wieder verwendbaren Werbemittel.

Das Prinzip des Verleihs von Equipment auf übergeordneter Ebene (Mehrfachnutzung von Weihnachtsmarktbuden, etc.) ist ein sinnvoller Beitrag der sich ausbauen lässt. Nachahmung zur Nutzung und Weiterentwicklung des Angebots erwünscht.

Ich hoffe, dass für Euer Zero Waste Event im Kleinen oder Großen, die Zusammenfassung und weiterführenden Informationen eine gute Hilfestellung sind.
Viel Spaß + Erfolg . Maren



Dieser Beitrag erscheint ebenso auf der Seite von Zero Waste Köln e.V. Neben anderen Initiativen engagiere ich mich dort ehrenamtlich u.a. in den Bereichen Marketing, Veranstaltung, Politik und als Mitglied im Vorstand.

* Vorschläge von Personen aus den Bereichen Wissenschaft, Politik, Journalismus, Kunst, etc. für ein Zero Waste Event: Ingenieurwissenschaftler Volker Quaschning, Klimaforscher Mojib Latif, Politökonomin Maja Göpel, Wirtschaftswissenschaftler Uwe Schneidewind, Volkswirt Niko Paech, Förster Peter Wohlleben, Verfahrenstechniker Michael Braungart, Energieökonomin Claudia Kemfert, Autor und Initiator der Gemeinwohl-Ökonomie Christian Felber, Philosoph Richard David Precht, Soziologe Harald Welzer, Neurobiologe Gerald Hüther, Meeresbiologin Antje Boetius, Journalistin Kathrin Hartmann, Journalistin Rebecca Solnit, Journalistin Kübra Gümüsay, Wissenschaftsjournalist Harald Lesch, Politikerin Christina Figueres (UNFCCC), Gründerin Claudia Langer, Unternehmer Torsten Schreiber, Autorinnen und Unverpacktladeninhaberinnen Olga Witt (Köln) und Milena Glimbovski (Berlin), Autorin und Zero Waste Köchin Sophia Hoffmann, Ladeninhaberin mit geretteten Lebensmitteln Nicole Klaski, Moderatorin Charlotte Roche, Satiriker Martin Sonneborn, Kabarettist Serdar Somuncu, Kabarettist Eckart von Hirschhausen, Kabarettist Till Reiners, Kabarettist Moritz Neumeier, Kabarettist Hagen Rether, Slam-Poet Lennard Rosar, Sänger Wolfgang Niedecken, Sänger Thomas D, Sängerin Judith Holofernes, Band Die Ärzte, Band Silbermond, Chemikerin und Youtuberin Mai Thi Nguyen-Kim (myLab), Bloggerinnen Shia Su (Wastelandrebel), Jenni Marr (Mehr als Grünzeug), Madeleine Alizadeh (Dariadaria),  Blogger Jan Hegenberg (Der Graslutscher), und so weiter.

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