Wie nachhaltig sind Weihnachtsbäume?

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Alle Jahre wieder stehen zur Weihnachtszeit geschmückte Nadelbäume in den Häusern, im öffentlichen Raum, für ein paar Wochen oder nur ein paar Tage. Die Lichter, der Duft, die heimelig festliche Stimmung, … es ist Tradition, heidnischen Ursprungs, ohne religiöse Verknüpfung. Traditionen fördern Gemeinschaft. Und wie das mit Traditionen ist, die Auseinandersetzung macht Sinn, um sie bewusst weiter zu pflegen, zeitgemäß anzupassen, zu beenden oder eine neue Tradition einzuführen.

Tradition ist die Bewahrung des Feuers und nicht der Asche.
Thomas Morus, Gustav Mahler, Benjamin Franklin, Ricarda Huch, Jean Jaurès, Johannes XXIII. …

Wie “nachhaltig” sind Weihnachtsbäume? Jedes Jahr neu in echt oder wiederverwendbar aus Plastik? Wie ist das mit einem Baum im Topf oder denen zum Mieten? Woher kommen die Weihnachtsbäume überhaupt? Wie werden sie angebaut? Was ist der Unterschied zwischen öko und nicht-öko? Welche Bedeutung hat welches Siegel? Was für alternative Weihnachtsbäume gibt es? Was ist das ‘Feuer’ das es zum Fest braucht und was ist die ‘Asche’? 

Beitragsinhalt / der schnelle Klick zum Thema
1._Grundlagenwissen in Kürze: Wertvoller Wald 2._Das Weihnachtsbaumgeschäft in Zahlen 3._Konventioneller Weihnachtsbaumanbau 4._Anteil des ökologischen Weihnachtsbaumanbaus 5._Zertifizierungen und Siegel 6._Die Nordmanntanne 7._Weihnachtsbaum im Topf kaufen / mieten 8._Ökobilanz echter Baum vs. Plastikbaum 9._Weihnachtsgeschenk Baumspende / ein Aufforstungsprojekt 10._Entsorgung von Weihnachtsbäumen 11._Wie sich Weihnachtsbäume weiterverwenden lassen 12._Alternative Weihnachtsbäume + DIY Dekoration 13._Fazit

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Grundlagenwissen in Kürze:
Wertvoller Baum, lebenswichtige Wälder

  1. Bäume im Wald kommunizieren miteinander, sie sind über Wurzeln und Pilze geflechtartig miteinander verbunden – “Internet der Bäume”. Sie umsorgen einander, pflegen ihren Nachwuchs und alte und kranke Nachbarn. Bäume reagieren auf äußere Einflüsse und haben ein Gedächtnis.
    Quelle und Buchtipp: ‘Das geheime Leben der Bäume
    und für Kinder ‘Hörst du wie die Bäume sprechen” von Peter Wohlleben (Förster)
  2. Wälder sind der Lebensraum, Ernährer, Schutz, … für Tiere und andere Pflanzenarten.
  3. Bäume binden Kohlenstoffe und bremsen die Klimakrise dank Photosynthese. Sie nehmen Kohlendioxid (CO2) auf und verwandeln es, wachsen und geben Sauerstoff ab.
  4. Ein 20 Meter hoher Baum produziert circa 10.000 Liter Sauerstoff am Tag. Das reicht für 5-10 Menschen die am Tag je 500-2.000 Liter Sauerstoff brauchen.
  5. Ein Baum filtert über Blätter und Nadeln bis zu 100 kg Staub pro Jahr aus der Luft. Bei Regen fließt der gesammelte Staub am Stamm entlang in den Boden ab und ist dauerhaft aus der Luft entnommen.
  6. Wälder schützen vor Hochwasser. Waldboden speichert Wasser und Mikroorganismen filtern es, Laubwälder stärker als Nadelwälder.
  7. Ein Baum verdunstet bis zu 500 Liter Wasser am Tag und leistet die Kühlleistung von 10-15 Klimaanlagen.
  8. Bäume mindern Windgeschwindigkeit und wenden damit Gefahren durch starke Winde ab.
  9. Monokulturen fördern Erosionen, Schädlingsbefall, Nährstoffverarmung der Böden. Deshalb kommen Dünge- oder Pflanzenschutzmittel zum Einsatz (mit negativen Folgen für Boden, Gewässer, Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren). Monokulturen sind weniger produktiv, ertragreich und widerstandsfähig als natürlich gewachsene Mischwälder.

    Quellen und mehr Information: Quarks, Naturwaldakademie, Baumpflegeportal, Klasse Wasser

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Das Weihnachtsbaumgeschäft in Zahlen

  1. 30.000 – 50.000 Hektar groß ist in Deutschland die Anbaufläche von Weihnachtsbäumen. Die meisten wachsen in Nordrhein-Westfalen, größtenteils im Sauerland. Zum Vergleich die Gesamtfläche der Stadt Köln: 40.520 ha
  2. 90% der hierzulande zum Kauf angebotenen Weihnachtsbäume kommen aus Deutschland. 10% haben lange Wege aus Polen, Tschechien, Österreich und Dänemark hinter sich. 1 Million Weihnachtsbäume aus Deutschland werden in die Schweiz, nach Frankreich, Österreich und Polen exportiert.
  3. 80% der privaten Haushalte mit mehr als drei Personen stellen zu Weihnachten einen Baum auf.
  4. 29,8 Millionen Weihnachtsbäume wurden 2018 in Deutschland verkauft.
  5. 700 Millionen Euro werden in Deutschland jährlich für Tannenbäume ausgegeben.
  6. 8-12 Jahre lang wächst ein Weihnachtsbaum bis zum Verkauf.
  7. 60% der Tannen wachsen dank unnatürlicher Nachhilfe bilderbuchartig gerade und dicht. Ein Baum der im Anbau nicht perfekt ist, wird entsorgt.
  8. Mit einer Quote von 80%, ist die Nordmanntanne der beliebteste Nadelbaum.

Quelle und mehr Information: Das Erste / plusminus, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Statista, HandelsdatenFluter 

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Konventioneller Weihnachtsbaumanbau

Der konventionelle Anbau von Weihnachtsbäumen erfolgt hauptsächlich in Intensiv-Plantagen. Diese sind mit dem Einsatz von aggressiven Unkrautvernichtungs- und Düngemitteln, für einen sattgrünen, geraden und dicht gewachsenen Baum eine Belastung für Böden, Gewässer, Grundwasser, Pflanzenarten und Tiere, besonders Insekten. In der Folge beeinflusst das unsere Lebens(mittel)qualität und Gesundheit. Spuren von Pestiziden haften an den Nadeln und es ist nicht ausgeschlossen, dass es auch über das Ausgasen, verstärkt in warmer Raumluft, beim Menschen zu u.a. Nerven- und Hormonstörungen kommen kann und Allergiker:innen und Asthmatiker:innen besonders belastet.
Die Ausfälle durch die Trockenheit der letzten Jahre betreffen vorrangig Neuanpflanzungen (abgestorbene, braune und zu kurze Triebe). Das wird sich jeweils zeitversetzt nach ca. 8-12 Jahren auf dem Markt bemerkbar machen. Ältere Bäume haben lang ausgebildete Wurzeln und versorgen sich aus tieferen Bodenschichten.

Quellen und mehr Information: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Das Erste, BUND

Abfallprodukt Weihnachtsbaum – die 2. Chance
1. Die erste Entsorgungswelle nach der Nutzung ist bspw. wenn Weihnachtsmärkte abgebaut werden. Hier lassen sich mitunter welche abgreifen für heimische Wohnzimmer. 2. Ein Baum der trotz aggressiver Zutaten nicht perfekt wächst, wird entsorgt. Und mit diesen Bäumen eröffnete sich der Geschäftszweig der unperfekten Weihnachtsbäume. Um die Unperfektion sympathischer zu machen (zu emotionalisieren), geben manche Anbieter:innen ihnen Namen. Da wird also die krumme Christine, der zwiegespaltene Norbert und die/der Kim mit Doppelspitze im Karton quer durch Deutschland kutschiert. Im besseren Fall sind solche Bäume lokal zu beziehen.
Ob Abfallprodukte kritischer Branchen okay sind (Erdöl → Paraffin → Kerzen, Fleisch → Talg → Weichspüler, etc.), mag jede:r für sich entscheiden.

Anteil des ökologischeren Weihnachtsbaumanbaus

Nur etwa 15% der fast 30 Millionen jährlich verkauften Bäume werden noch von Waldbetrieben verkauft. Davon wiederum wachsen Bäume häufig nicht direkt im Wald, sondern auf Sondernutzungsflächen, z.B. auf durch den Wald führenden Trassen für Hochspannungsleitungen oder Gas-Pipelines  oder es sind Bäumchen, die entfernt wurden um anderen kräftigeren mehr Platz zu machen (was sich per Natur selbst regulieren würde). Davon wiederum wachsen nur wenige – vermutlich weniger als 1% – unter kontrolliert ökologischen Bedingungen heran, in denen der Einsatz von Pestiziden, Mineraldünger und Wachstumsregulatoren tabu sind.

Insgesamt stammen ca. 5% der jährlich verkauften Bäume aus ökologisch nachhaltigeren und sozial fair arbeitenden zertifizierten Betrieben.

Die Nachfrage und das Angebot steigen. Während es 2002 noch unter 50 Verkaufsstellen für Öko-Weihnachtsbäume gab, sind es in diesem Jahr 875. Hier ist eine Liste von Robin Wood verlinkt (Stand 12/2020), mit bio-zertifizierten Betrieben in Deutschland (Bioland, EU-Bio, Naturland, Biokreis). Und was sagen die einzelnen Siegel aus?
Quellen und mehr Information: Robinwood, Bericht des Bayerischen Rundfunks, Ökolandbau  

Zertifizierungen und Siegel

Als Weihnachtsbäume aus anerkannt “ökologischerem” Anbau gelten Bäume mit den Siegeln Naturland, Biokreis, Bioland, Demeter, FSC. Neben den bekannten Siegeln gibt es, wie überall, zig von Unternehmen selbst initiierte Siegel die selten die Qualitäten halten die sie versprechen. Ökologisch zertifizierte Weihnachtsbäume gibt es aus zwei unterschiedlichen Anbaumethoden. Der Großteil wird nach den Kriterien des ökologischen Landbaus auf Plantagen gezogen. Ein deutlich kleinerer Teil stammt aus dem ökologisch ausgerichteten Waldbau.

Das weit verbreitete PEFC-Siegel steht für “naturnah bewirtschaftete Wälder”. In Deutschland sind das rund zwei Drittel der Wälder. Was das Siegel verspricht klingt wunderbar. Laut Nabu (Naturschutzbund Deutschland), Greenpeace und weiteren Umweltschutzorganisationen ist es ein Siegel, das sich die Wirtschaft im Wesentlichen selbst verpasst hat. Stichwort #greenwashing und der Lesetipp dazu: ‘Die grüne Lüge‘ von Kathrin Hartmann (thematisch eingehender als der Film).
Ein Auszug der Kritik zum Siegel: Pestizide werden eingesetzt, es gibt keine Ausweisung von besonders naturschutzrelevanten und nicht bewirtschafteten Flächenregelmäßige unabhängige Kontrollen finden nicht statt.

Das allseits bekannte FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) taucht immer mal wieder in den Medien mit erschreckenden Nachrichten auf. Greenpeace kündigte vorerst seine Mitgliedschaft aufgrund der industriellen Waldwirtschaft im großen Stil in Urwaldgebieten (z.B. in Russland und im Kongobecken). Für Holz aus deutschen Wäldern sei es jedoch als Qualitätshinweis tauglich. Also – beim FSC-Siegel gilt es die Herkunft des Holzes zu beachten.

Bei Naturland-Weihnachtsbäumen wurden die Richtlinien für die Waldnutzung von Naturland zusammen mit den Umweltverbänden Robin Wood, Greenpeace und BUND erarbeitet. Zu den Kriterien gehört der Verzicht auf Kahlschlag, Pestizide, Düngungen und Entwässerungsmaßnahmen. Die meisten der in den Naturland Waldbetrieben angebotenen Weihnachtsbäume stammen aus betriebseigenen Weihnachtsbaumkulturen innerhalb des Waldes, die beispielsweise unter Strom- und Gasleitungstrassen angelegt wurden, wo sie sowieso früher oder später gefällt werden müssen. Z.B. Schafe sind eine wirksame Alternative zu Unkraut vernichtenden Herbiziden und ihre Ausscheidungen taugen als natürlicher Dünger.

Quellen und mehr Information: Robinwood, BUND, Beiträge von Radio Bayern und WDR, Greenpeace, Nabu

Die Nordmanntanne und Samen aus Georgien

Der mit fast 80% meist verkaufte Nadelbaum ist kein heimischer Baum. Die Samen stammen meist aus Georgien. Dort werden sie von Baumkletterern geerntet. Jährlich sterben ungesicherte Kletterer beim Fall aus den Baumwipfeln in schwindelerregenden Höhen. Das Label “Fair Trees” steht für eine dänische Initiative, die sich für anständige Arbeitsbedingungen, sichere Kletterausrüstung und angemessene Entlohnung der Nordmanntannen-Samenpflücker in Georgien einsetzt. Die „Fair Tree Foundation“ unterstützt dort Gemeinden bei Bildung, Gesundheit und Umwelt. Die Nordmanntannen-Samen sind mit dem Siegel “Fair Seeds” zertifiziert. Das Label “Fair Trees” steht also für angestrebte soziale Fairness, sagt aber nichts über die Anbauqualität aus.
Quellen und mehr Information: Robinwood, Welt.de  

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Weihnachtsbaum im Topf kaufen / mieten

Vom Einweg- zum Mehrwegbaum, so der Plan. Geht er auf? Ökozertifiziert? Die Wurzeln des Baums werden für den Umzug in den Topf gestutzt (verletzt) oder er wächst direkt im Topf heran (mit verknappten Wurzeln). Zum Kauf oder zur Miete wird der Baum selbst abgeholt oder geliefert (Versand macht Sinn, wenn der Weg zum lokalen Anbieter zu weit ist, sonst #buylocal).  Dann gilt es die Gebrauchsanweisung zu beachten, langsame Temperaturanpassung, Standort fern von Heizquellen, kein Lametta, kein Sprühschnee und -glitzer. Der Baum soll nach dem Fest im Topf oder Garten trotz der geschädigten Wurzeln weiterwachsen und ggf. im nächsten Jahr wieder zum Einsatz kommen. So lange er den Stress überlebt.
Quellen und mehr Information: Cleanenergyproject, Utopia, Stern.de

Ökobilanz Echter Baum vs. Plastikbaum

Ich lese, dass die Ökobilanz bei der 20 Jahre langen Nutzung des immer selben Plastikbaums gleich ist, zu der Bilanz jedes Jahr einen neuen echten Baum zu nutzen. Aber welche Kennwerte gehen in die Rechnung ein? Samenherkunft bis zur Beseitigung und auf der anderen Seite Erdöl bis zur Entsorgung?
Mir persönlich liegt die Argumentationskette zum echten Baum näher, vorausgesetzt die regionale Herkunft ist gegeben, der ökologisch nachhaltigere Anbau und sozial faire Arbeitsbedingungen. (Obgleich ich für keinen der Bäume plädiere.)
Ein echter Baum bindet während seiner, zwar stark verkürzten, Lebenszeit (immerhin noch) Kohlendioxid, Staubpartikel und gibt Sauerstoff ab. Vier von fünf Plastiktannen werden unter fraglichen Umständen produziert und haben lange Wege aus Fernost hinter sich. Und alle enden irgendwann als nicht recyclingfähiger Plastikmüll.
Quellen und mehr Information: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Deutsche Welle

Weihnachtsgeschenk Baumspende für Naturschutz

Für eine Baumspende von 17 Euro pflanzt das Bergwaldprojekt einen standortheimischen Baum, pflegt ihn, schützt ihn. Dafür erhält der/die Spender*in ein personalisiertes Zertifikat. Das Bergwaldprojekt widmet sich seit 1987 der Aufforstung und Waldpflege zum ökologischen Waldumbau. Ziel: gesunder, heimischer Mischwald statt instabiler Monokulturen wie es z.B. auch Weihnachtsbaumplantagen sind.
Quelle und mehr Information: Bergwaldprojekt  

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Entsorgung von Weihnachtsbäumen

Nachdem der Baum 8-12 Jahre gewachsen ist (eine Nordmanntanne kann 500 Jahre alt werden), um für ein paar Tage oder Wochen als Weihnachtsbaum zu dienen, wird er entsorgt.
Die letztliche Entsorgung über die städtischen Abfallbetriebe ist ein Aufwand der Energie und Geld verbraucht (unser Geld). Ein Anteil der Bäume wird kompostiert (wenn sie nicht mit Schnee- und Glitzerspray bearbeitet und mit Lametta behangen wurden) oder landen in Biomasse-Kraftwerken (Ergebnis: Fernwärme und Strom), das ist von Stadt zu Stadt verschieden. Viele jedoch werden mit Rückständen von Baumschmuck mit dem Restmüll verbrannt (die schlechteste Methode). In den Zoo zum Fraß für Tiere kommen hauptsächlich unverkaufte Bäume (Ausschluss von Schmuckrestbeständen).

Quelle und mehr Information: Fluter

Weiterverwendung Nadelbaum

… sofern nicht mit Giftstoffen belastet und natürlich ohne Baumschmuckreste:
• Mit dem natürlichen ätherischem Öl in Nadeln lässt sich Badezusatz herstellen. Es soll schleimlösend und entspannend wirken. Dafür ca. 100g Nadeln im Wasser mind. 10 Minuten aufkochen und den Sud zum Badewasser geben.
• Nadeln zur Schneckenabwehr auf die Beete streuen. Schnecken mögen es nicht pieksig.
• Zweige dienen als Frostschutz auf Gartenbeeten und im Blumenkasten.
• Zweige als Zwischenlage im Komposthaufen fördern durch bessere Luftzirkulation die Kompostierung.
• Wohnaccessoires aus Stamm und Zweigen basteln, vom Untersetzer bis zu Wandhaken und Bilderleisten
• Aus dem Stamm mit dem Häcksler Mulch für Gartenbeete herstellen

Quelle und mehr Information: GEO

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Alternative Weihnachtsbäume + DIY Dekoration

Die Zero Waste Alternative ist Verschwendung und Müll zu meiden, zu nutzen was da ist. Sei es der gebraucht erworbene Plastikbaum oder eine andere wiederverwendbare Alternative, gebrauchter Baumschmuck oder selbst erstellt aus vorhandenen Utensilien. Zu dem Zweck gibt es zahlreiche Bezugsquellen, wie z.B. unsere Tauschveranstaltung zum Start in die Adventszeit (2019). Ziel: Neuproduktion meiden, Ressourcen schonen, durch weniger Nachfrage Monokultur mindern, Flächen heimischem Mischwald überbelassen und damit Bäumen das Maximum zum notwendigen Klimaschutz (unserem Schutz) beitragen lassen.

Alternative Weihnachtsbäume
• freistehender Weihnachtsbaum aus übereinander gesteckten benutzten Palettenplanken
• oder gebrauchten Dachlatten
• oder mit der Zeit gefundenen Stöcken
• Wandbehang aus rumliegenden Stöcken im Wald
• Wandbehang aus Textillaken mit gemaltem oder bedrucktem Baum

• Zimmerpflanze schmücken
• Fadenbaum aus Wolle (Reste oder wiederverwendbar), siehe Foto unten
• von der Decke hängend ein Mobile aus Stöcken, Schmuck oder/und Tannenzweigen
• Bücherpyramide
• vorgefertigter Ständer, Zweige oder Trockengewächse (z.B. Pampasgras) reingestecken
• Leiter aufstellen und schmücken
• klassisch: die Weihnachtspyramide gekauft oder selbst gebaut
• getrocknete Baumwurzel schmücken
• ein großer beleuchteter 3D-Stern, ggf. selbst gemacht
• Wandcollage in Baumform aus Altpapier: Zeitschriften, Noten- oder Kalenderblätter, Buchseiten

DIY Baumschmuck und Dekoration
• Altpapier-Kugeln, -Sterne, -Origami
• Konfetti aus Laub als Tischdeko, siehe Foto oben

• Quaste aus ausgefädelter Wolle von abgetragenen Strickwaren
• oder mit Kiefernnadeln aus dem Wald

• Schleifen aus Streifen von abgetragenen Alttextilien
• Schalen von Citrusfrüchten mit Plätzchenform ausstechen
• oder aus geschmolzenen Wachsresten, ausgerollt wie ein Teig und ausgestochen

• Zapfen aus dem Wald, Girlande aus aufgefädelten Nüssen, Samen und (Frucht-)Kernen
• LED-Beleuchtung mit austauschbaren Leuchtmitteln sind die langlebigste und energiesparendste Wahl der Lichterketten #secondhandfirst

Achtung: Alles was im Wald ist gehört dem/der Waldbesitzer:in. Es spricht eher nichts dagegen mal einen Zweig, irgendwann im Jahr einen Stock der auf dem Weg liegt mitzunehmen, ansonsten fragen: Besitzer:in, Förster:in, Gartenbesitzer:innen, etc.

Mehr Ideen zu alternativen Weihnachtsbäumen und -Dekoration lassen sich im Internet über die Suchmaschine Ecosia und andere Bildportale finden. Gesammelte Inspiration, wie z.B. mein Fadenbaum, ist hier verlinkt.

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Fazit

Der nachhaltigste echte Weihnachtsbaum ist der der ungestört bleibt wo er hingehört – im Wald. Der nachhaltigste Plastikbaum und all seine verkauften Alternativen sind die, die gar nicht erst produziert werden. Dazwischen gibt es viel Spielraum und ebenso viele zero waste Alternativen.

Wenn es dennoch ein echter Baum sein ‘muss’: Den Weihnachtsbaum zum Transport mit wiederverwendbarer Kordel schnüren statt im Kunststoffnetz.

Und ich?
Seit dem Buch von Peter Wohlleben sehe ich den eh schon geliebten Wald als miteinander funktionierende Gemeinschaft. Ich laufe mit zunehmendem Wissen und noch mehr Ehrfurcht über weichen Waldboden. Ich finde den Gedanken fürchterlich, etwas zu entreißen, ihn künstlich zu beeinflussen, menschengerecht zu züchten für einen in Relation so kurzen und unwichtigen Bedarf (im Gegensatz zum nachhaltigen Anbau zum Nutzen des Hausbaus, etc.). 
Ich erinnere mich gern an meine Kindheit und die riiiesige Wurzel zurück (tatsächlich ist sie nur etwa hüfthoch), der Stuken, ausgetrocknet im Familienwald gefunden und alle Jahre wieder statt Baum minimal und asymetrisch mit Kerze und Grün geschmückt. Ich schätze Traditionen, weil sie wie anfangs geschrieben, Gemeinschaft fördern, Zusammenhalt stärkt. Also nutzen wir doch unser Wissen, unsere Kreativität und bewahren das Feuer, nicht die Asche.
Eine gemütliche Zeit . Maren

4 Kommentare

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  2. Hallo Maren,
    Ich hoffe ich habe es nicht überlesen, aber folgender Tipp fehlt hier wahrscheinlich noch: wer in der Nähe eines Weihnachtsmarktes wohnt, der am 24. Abgebaut wird, kann sich dort meistens einen quasi last minute Baum schnorren. Wir haben dort viele Jahre lang jedes Jahr einen Baum vor der Müllabfuhr gerettet und so den Wunsch nach echtem Baum etwas nachhaltiger erfüllt.
    Wer ist noch nie über einen Weihnachtsmarkt gegangen und hat sich nicht über all die vielen Bäume dort gewundert?
    Lg

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