Refugees Welcome | Was können wir tun?

Refugees Welcome, 1000 mal willkommen, Flüchtlinge, Flüchtlingskrise, Integration, HeimatLetztens, in einem meiner caritativen Lieblings-2.Hand-Läden BfO: Eine Frau die Flüchtlinge betreut besorgt Kleidung für sie. Sie selber würden sich nicht her trauen, geschweige denn würden sie wissen wie das mit der Straßenbahn geht, … Wir kommen ins Gespräch.

Eine andere Frau neben uns sagt, dass das alles nur für uns erfunden sei mit den Flüchtlingen. Denen gehe es super in ihrem Land, aber die würden ins Meer raus fahren und sich ins Wasser stürzen um gerettet zu werden und unser Geld abzugreifen. Wir stellen Fragen und bekommen keine Antwort. Stattdessen legt sie uns, die sich in ihren Augen so dämlich verarschen lassen, stimmgewaltig nahe, sich zu informieren und fernzusehen.

Statt der Überlegung, welcher Sender wohl die flächendeckende Verschwörungstheorie ins Leben gerufen hat, ende ich mit einem: “Oha”.

Die andere Seite.

Letzte Woche Dienstag wurde meine ehemalige Grundschule als Erstaufnahmestelle für Geflohene eingerichtet. Ich war bedröppelt, als ich irgendwann hörte, sie würde geschlossen. Der Klang der Turnhalle mit Parkett und Toren, die Bühne auf der ich so oft stand, das Schwimmbad in dem ich bis zum Seepferdchen japste, der Wald in dem wir spielten (“Der Wald ist kein Schulhof!!”), der Geruch im Kunstbus der eigentlich ein Container war, … Vorbei. Aber als ich jetzt hörte, dass dort Geflohene Obhut finden, bekam ich Pippi inne Augen – eine sinnvollere Nutzung gibt es gerade nicht!

Vorab wurde so gut informiert, dass sogar ich mich hier in Kölle automatisch und mit ein paar weiteren Klicks und Anrufen bestens informiert fühlte. Und der Informationsfluss läuft und läuft… U.a. weiß ich wie viele Erwachsene und Kinder da sind, woher sie jeweils kommen, es gehen konkrete Spendenaufrufe raus und viele die helfen wollen, können dank Organisation auch helfen. Der Keller meiner Mutter leert sich auf beste Weise, sie gibt Sprachunterricht und frischt nebenbei ihr Englisch auf. Sie hört und sieht eine Vielzahl grauslicher Hintergründe, aber insgesamt tut ihr das “Anpacken” in ihrer eigenen Lebenssituation gerade richtig gut. Ein Lebensmittelbetrieb mit Cateringabteilung stellt Arbeitskräfte ab und sorgt damit für die tägliche gescheite Verpflegung der Vertriebenen. Kinder spielen auf dem Schulhof, es wird geredet, man hält sich in den Armen, eine Frau erwartet in den nächsten Tagen ihr Baby, manche stehen fassungslos ob ihrer gelungenen Flucht einfach nur da … und staunen über so viel Wald.

Die Tragödie.

Nu bin ich Anhängerin der Denkweise des Zufalls, was anderes kriege ich nich umme Ecke gedacht, so gerne ich mich in abstruseste Theorien reindenke.

Ich bin also zufällig in Deutschland zur Welt gekommen, ich hätte auch als Prinz Harry geboren werden können oder als eine junge Frau die eben ihren Mann verloren hat beim Schiffswechsel auf dem Meer. Geflohen aus Angst vor Willkür und Folter. Das Kind auf dem Arm, in tiefster Trauer um ihren Mann belastet, Familie, Freunde, Heimat verlassen, von Angst erschüttert, singend beruhigend wiegend das Kind, das Tage später geschwächt in ihren Armen stirbt.

Solche Geschichten lese und höre ich und ertrage es kaum, mich nur in eine einzige tiefer einzufühlen. Es gibt tausende dieser entsetzlichen Tragödien.

Und was werden da in Monologen in “Sozialen Netzwerken” für stigmatisierende Schubladen bemüht um sich abzuarbeiten am immer wieder “Anderen”: “Die Flüchtlinge”, “die Nazis”, “die Aber-Nazis”, “die Dummen”, “die Hipster vom Veganhype zum Statussymbol Vorzeige-Flüchtling”. Das schafft Ordnung im Hirn. Wenn’s denn mit den Scheuklappen klappt, auch für länger. Mal was anderes zur Energieverwertung möchte ich da fragen: Und Du? Bock auf Lösung? Diskussion statt Monolog? Miteinander statt gegeneinander? Positive Verstärkung statt Trennung? Machen statt Reden?

Was “die Lösung” angeht, habe ich mit meinem gefühlten Spatzenhirn, angesichts der Komplexität der lange bestehenden Probleme auf politischer Ebene (Gesetze, Wirtschaft, Gelder), Nachholbedarf, zu welcher Gruppe auch immer ich gehöre. (Naja, nix mit N.) Damit bin ich nicht allein. Gott sei dank. Nee, scheiße!

Bürokratieabbau muss sein, bedacht. Bsp.: All die stark traumatisierten Menschen die in Bettenlagern und nach zig Ortswechseln keine Ruhe finden. Und Angebote von Privatpersonen zur Aufnahme können in zu vielen Fällen immer noch nicht geprüft/angenommen werden. Wer hat ein Recht auf “Deutschland”, wer nicht? Da gibt es Beispiele von Menschen die quasi kein Recht haben, deren Geschichten mir unter die Haut geht, denen ich von Herzen die Chancen wünsche, die wir hier unverdient, zufällig haben.

Informationsvermittlung ist grundlegend bedeutsam gegen Unsicherheit, Angst, falsche Schlussfolgerungen und zu hohe Erwartungen. Ob es grundlegende Erläuterungen von ProAsyl oder in diesem Post von Marc Lenz bei Facebook sind oder der Informationsaustausch der vor Einrichtung einer Unterbringung im örtlichen Gefüge stattfinden muss, etc. Ich verstehe, dass man kurzgedacht hinter dem Besitz von Markenklamotten und Handys keine Not vermutet, so wie ein fehlender Arm leichter zu erfassen ist als psychisches Leid. (Das Fass der “gleichberechtigten Anerkennung” mache ich hier nicht auf.) Aber einen Zentimeter weiter denken – geht!

Unwohl ist mir, wenn Menschen verschiedener Kulturen mit ihren Nöten, Ängsten und ihrer Perspektivlosigkeit aufeinander stoßen, die einander nicht verstehen und annehmen können, nicht wollen. Mich gruselt’s wenn von krimineller Abzocke oder Brandstiftung berichtet wird. Aber.

Und damit komme ich zum Kern:

Ich habe keine Angst vor Menschen, ich habe Sorge um Zustände die Menschen so in die Enge treiben, dass sie keinen anderen Ausweg sehen, als ihrer empfundenen Missachtung auf negativste Weise Ausdruck zu verleihen; Hass säen, kriminell und gewalttätig werden. 

Dank Ausbildung und Arbeit in Psychiatrie und Jugendwohnprojekt kenne ich Ursachen und Entwicklungen nur zu gut. Das Gelingen und Scheitern am Schaffen eines allseitigen (!) angstfreien Klimas, haben wir als Gesellschaft zu tragen, so oder so. Ich habe mich für “so”  entschieden:

Ich heiße Willkommen und bin an einer lösungsorientierten Auseinandersetzung interessiert, möchte mehr gezielte Hilfe leisten mit Zeit, Geld und Fähigkeit, ich möchte mich daran beteiligen eine positives Atmosphäre zu schaffen. Wie weit mir das gelingt?

Was können wir tun?

Wie helfen? Gut gemeinte Hilfe kann schon mal voll am Bedarf vorbei gehen oder im direkten Kontakt überfordern. Für Köln liste ich Anlaufstellen für Sach- und Geldspenden auf. Ich nenne Ansprechpartner zu denen ich teils persönlichen Kontakt habe, die bzgl. aktiver Unterstützung wissen was wo gerade dran ist. Und zum Nachlesen und Mitmachen sammle ich Aktionen und Blogs zum Thema. Es ist egal wie viel oder wenig Zeit, Geld oder Kraft man hat, es gibt so viele Möglichkeiten etwas zu tun.
  • Anlaufstellen sind der Kölner Flüchtlingsrat in Kooperation mit der Kölner Freiwilligen Agentur. Sie stehen  als Ansprechpartner zur Verfügung und helfen, gemessen den Fähigkeiten und Möglichkeiten den passenden Einsatz zu finden.
  • In Köln sind unter dem Titel “Willkommenskultur Köln” veedelbezogen
    Institutionen, Initiativen und konkrete Ansprechpartner aufgelistet an
    die man sich wenden kann. Die öffentlichen Symposien sind ideal zum Kontakte knüpfen!
  • Ebenso bieten der DRK Kreisverband Köln e.V. und Die Johanniter Hilfe zum Helfen. Für Menschen die was tun möchte, regelmäßig ein bisschen oder ab und an ein Einsatz.
  • Spenden nimmt das DRK in der Oskar-Jäger-Str. 101-103 in
    50825 Köln-Braunsfeld an oder die Johanniter in Köln-Ostheim, Frankfurter Straße 666.
  • Ebenso Emmaus, ein weiterer caritativer 2.Hand-Lieblingsladen in Köln. Sie sammeln Sachspenden für die Unterstützung ihrer Flüchtlingshilfe in Calais. Es werden aktuell dringend Schuhe, Trainings- und Regenjacken für Männer gebraucht, in allen Größen. Abzugeben mit dem Hinweis “Calais” bei Emmaus in Köln-Niehl oder Nippes.
  • Fahrräder und Fahrradersatzteile sammelt in Köln und Berlin die Faradgang. Sie schrauben was das Zeug hält und geben die Räder weiter an Flüchtlingsheime.
  • Wenn du nicht weißt wohin mit Deinen Spenden und Anlaufstellen für Dich nicht erreichbar sind, dann ist reBuy etwas für Dich. Paket packen, zum Hermesshop bringen und kostenlos wird das Päckchen dahin gebracht wo Deine Spende gebraucht wird.Die Bezirksregierung twittert was aktuell in Köln wo gebraucht wird und abgegeben werden kann!
  • Sport setzt der BUS der Rheinflanke ein. Er fährt mit Sportgeräten Flüchtlingsheime an und hat noch vieles mehr im Programm. Es werden Spenden gebraucht.
  • Grenzenlos in Bewegung – SpoHo aktiv ist eine Initiative der Sporthochschule Köln für Sportangebote in Kölner Flüchtlingsheimen. Aktive Unterstützung wird gesucht (ab Mitte Oktober), auch gerne nur tageweise!
  • Veranstaltungen werden z.B. von der Kölner Initiative #TürAuf organisiert, die städtisches Engagement bündeln.
  • Aktionen im Netz zum Mitmachen
    Lutz bietet eine Plattform zum Willkommenheißen → 1000 mal willkommenStefan überwindet Grenzen per Fotomontage und zeigt seine Ergebnisse u.a auf seiner Seite Grenzen überwinden.Von Bloggern wurde die Seite “Blogger für Flüchtlinge” initiiert. Hier kann man mitmachen, sich austauschen und als Nicht-Blogger spenden um Initiativen in der Flüchtlingshilfe zu unterstützen.
Liebe Grüße . Maren

#refugeeswelcome #tausendmalwillkommen #bloggerfuerfluechtlinge #tuerauf #mundaufmachen – mach mit, nutze Deine Stimme!

Refugees Welcome, 1000 mal willkommen, Flüchtlinge, Flüchtlingskrise, Integration, Heimat

 

 

51 Kommentare

  1. Peng! Da knallste rein mit Deinen Gedanken, Deinem Text.

    WOW! Kann ich dazu nur sagen und zustimmend bei jedem Satz nicken.

    Machen! Ja. Wir geben unsere gebrauchten aber guten Sachen hier ab:
    http://www.kleeblatt-rheine.de/ Nicht speziell für Flüchtlinge, aber eben auch.

    Hut ab! Vor Dir. Die Dinge so gut beschreibt und Zustände beim Namen nennt.

    Danke Minza!!!
    Steph

  2. Danke für den tollen Beitrag – so viele Gedanken, die mir so oder ähnlich in den letzten Monaten ebenfalls durch den Kopf gehen.
    Für mich kommt das ganze "Thema" nun noch einmal wesentlich näher, da in den kommenden Monaten direkt neben unserem Haus eine Flüchtlingsunterkunft gebaut werden wird – was bei mir auch (da bin ich ehrlich) ein paar Unsicherheitsmomente ausgelöst hat. Dennoch bin ich froh, dass die Stadt mit diesem Grundstück eine Möglichkeit gefunden hat, weiteren Menschen eine Unterkunft zu bieten. Und vielleicht führt die künftige Nähe ja auch dazu, dass sich Engagement über Spenden und alten Krempel los werden hinaus ergibt.
    LG, Mecki

    • Ginge mir nicht anders!! Unsicherheit ist das normalste der Welt, der Umgang damit macht wohl den Unterschied!? Ich wünsche Dir, dass sich Deine Unsicherheiten auflösen lassen!

      Liebe Grüße!

  3. Auch von mir Danke. Ich berichte als Journalistin über solche Themen und es ist sehr anstrengend und frustierend, wenn man immer wieder das Gefühl hat, dass es eine schweigende Menge gibt.
    Ich empfehle auch den Kommentar von Anja Reschke in den Tagesthemen gestern.
    #AufstandderAnständigen #Gesichtzeigen
    Liebe Grüße
    Stefanie

  4. Ganz toll Deine Aktivität liebe Maren!!!! Ich bewundere Dich dafür!!! Ich selbst Spende seit Jahren Geld und bringe immer mal Sachen zu Oxfam. Bei uns ist gerade eine Erstaufnahmestelle zur weiterverteilung eröffnet worden. Ich war zwar noch nicht persönlich dort, doch beim einkaufen komme ich quasi dran vorbei. Und mir sind bisher nur sehr freundliche Menschen begegnet. Ich verfolge auch Ortspresse zum Thema und werde in Zukunft statt vorschnell in die Kleidertonne entwaige Kleiderspenden zu den entsprechenden Anlaufstellen bringen.
    Dein Angagement finde ich toll!!!!! danke dafür!!!!
    LG aus München Sanne

    • Du bist immer so herrlich überschwenglich! "Ich habe doch gar nix Dolles gemacht", möchte ich sagen, nehme aber stattdessen Deinen wunderbaren Schwung und… mach was draus! 😉 Herzlichen Dank, liebe Sanne + Deine freundlichen Begegnungen freuen mich!

  5. Von mir auch "Danke" für diesen Text. Das Thema beschäftigt mich Tag und Nacht. Spenden sind toll, lösen aber nicht den Kern des Problems. Was soll man tun, was soll man nur tun ?

    • Fürchterlich, oder? Diese Frage stelle ich mir immer und immer wieder und komme mir so pupsi vor mit meinen Möglichkeiten an Zeit, Geld, Wissen, etc.. Aber ich werde bekloppt im Kopp, wenn ich nichts mache! Mir hilft in dieser Überforderung das Aktiv sein, der Austausch, … – Deine Worte!

      Danke Dir!

  6. Wichtig auf beiden Seiten ist die Information – Ablehnung fällt gegenüber dem Unbekannten viel leichter, als wenn man ihm direkt gegenübersteht. Wichtig ist auch Hilfe dort und in der Form, in der sie gebraucht wird, kein Aktionismus – hier informiert die Flüchtlingshilfe an der provisorischen Aufnahmestelle zum Beispiel immer auf der Internetseite, was gerade gebraucht wird und was nicht. Ohene das zu beachten gab es schon viel Frust, weil Bürger mit ihren gutgemeinten Spenden außerhalb der Annahmezeiten kamen oder Kleidung spenden wollten, die bereits ausreichend vorhanden ist oder nicht gebraucht wird (Skibekleidung, Übergrößen, Kinderkleidung) und die Helfer immer unter Zeitdruck stehen. Hier in Fürth ist es hauptsächlich Männerbekleidung und Schuhe, die benötigt werden (http://www.fluechtlingshilfe-fuerth.de/sachspenden.html) und viele helfende Hände zum Kleidung sortieren, Räder reparieren, begleiten, unterstützen, Kinder betreuen.
    Pauschalierungen sind immer widerlich – egal wen sie betreffen. Was mir auffällt ist, dass diese Flüchtlingsdiskussion aber auch in der schweigenden Normalbevölkerung etwas angestoßen hat – man fragt sich auf einmal selbst, wie sozial, hilfbereit und unterstützend man ist und wie oft man selbst die ignoriert oder schroff abgewiesen hat, die Hilfe brauchen – zum Beispiel die Bettler auf der Straße.

    Herzlich, Katja

    • Die Sache mit dem "Gutmeinen" scheint ein grundätzliches Verständigungsthema zu sein, dass "gut meinen" nicht un-bedingt "gut" ist. Also auch völlig losgelöst vom Thema hier. (…) Aber bezogen darauf wird das Zuviel oder am Bedarf vorbei Gespendete oder Getane teils zum neuen Problem und frisst wertvolle Zeit, nimmt Platz. Die Information und damit Organisation von Hilfe, wie Du sie von der Flüchtlingshilfe bei Dir beschreibst, ist also gold wert! Neben der Information die die Chance inne hat, Ängste abzubauen, Unsicherheiten zu überwinden, Entlastung zu schaffen und im besten Fall zu bereichern.

      Danke Dir für's Erzählen aus Deinem Umfeld, Mit- und Weiterdenken.

  7. Ja Du hast Recht Maren überschwänglich weil ich mich so freue, dass es Menschen wie Dich gibt. Habe ich doch auch immer wieder solche Schicksale im Flieger, grade auch die Flüge in die Balkanregionen. Denn wir bringen die Menschen, die 'unerlaubter Weise' versucht haben nach Deutschland einzureisen wieder zurück. Manches Mal ist das schwer mitzuerleben, wie kürzlich bei einer sehr jungen Mutter mit ihrem Baby. Doch wir können nichts tun als ihnen diese Reise so angenehm wie möglich zu gestalten. Hab noch einen schönen Abend. Sanne

    • Oh Sanne, diesen Blickwinkel habe ich noch nicht gesehen. Danke, dass Du's erzählst! Klar, Du begleitest die, die zurück müssen. Das muss eine besondere Stimmung sein. Da sitzen vorfreudige Urlauber, Geschäftsleute und Rückkehrer in einem Flugzeug. Du weißt wahrscheinlich nicht warum ein Passagier ausgewiesen wird, aber bekommst dennoch ein Gefühl mit!?

      Liebe Grüße!

    • Das stimmt leider, Gründe bekommen wir ganz selten mit, auch was danach passieren soll wird uns nicht mitgeteilt. Nur ob derjenige gefährlich ist oder nicht… Manchmal ( aus Schweden bisher immer) sind die Personen auch von Polizisten in Zivil begleitet…. Doch das ist eine andere Geschichte….und zum Glück nicht so häufig. Deshalb freue ich mich um so mehr Deine Geschichte gelesen zu haben und zu wissen es gibt ganz viele positive und hilfsbereite Menschen da draußen!!!! LG Sanne

  8. Guten Morgen und vielen Dank für diesen Artikel!
    Es ist wirklich wichtig das man etwas tut und das kann anfangen mit dem Melden von Volksverhetzenden Kommentaren bei Facebook und bis dahin das man einen Geflohenen (ich mag das Wort, viel schöner als Flüchtling, danke!) bei sich aufnimmt.
    Das schöne ist doch das eigentlich jeder etwas tun könnte, weil für jeden was dabei ist, sei es noch so klein. Wenn die eigenen Möglichkeiten finanziell oder materiell beschränkt sind, dann sucht man sich eben seine Nische.
    Man muss nur wollen.

    • Total wichtig finde ich was Du schreibst! Wie oft wollen wir so viel und scheitern an den Erwartungen an uns selbst?!

      So gut wie jeder kann, ohne Druck, ohne Messlatte. Die Haltung ist maßgeblich und wenn es nur ein Like-Klick bei Facebook ist, der in einer Diskussion jemandem den Rücken stärkt, ein Teilen guter Gedanken.

      Mehr geht immer und vermeintlich Wenig ist wichtig!
      Danke Dir!

  9. Danke für diesen Beitrag und das Teilen deiner Gedanken!

    Ich selbst wohne in Dresden, eine wunderschöne Stadt an der Elbe, die es einem momentan aber leider nicht leicht macht. Viele negative Schlagzeilen, Stimmen und Aktionen. Ich fühle mich meist eher ohnmächtig dem gegenüber. Ich war bei Gegendemos dabei als im Winter ‘spazieren gegangen ‘wurde, ich melde Kommetare bei FB und ich habe zur jüngst entstandenen Zeltstadt hier gespendet, der immer wieder vorgeworfen wird, Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht werden. Und trotzdem denke ich, hier stimmt was ganz und gar nicht und ich kann nichts dagegen tun…

    Antje

    • Hier sollen auch wieder Zelte zum Einsatz kommen… ich hoffe sehr, dass schnell bessere Lösungen gefunden werden. Auch wenn ein Zelt in der Not besser ist als nix. Die Idee mit den Hotelschiffen finde ich gut, zumindest für die Geflohenen die nicht Traumatisches auf dem Wasser erleben mussten. Ist das bei Dir an der Elbe auch eine Idee, vielleicht längst umgesetzt?

      Du tust doch viel, Antje!

      Anders als in Aktivität und Austausch halte ich das Gefühl der tausend ungeklärten Fragen, der Ohnmacht auch nicht aus.

      Liebe Grüße!

    • Danke Minza, stimmt der Austausch hilft. Hotelschiffe sind bei uns keiner Alternative. Momentan ist die Elbe so flach (53 cm), da können nicht mal die Touridampfer schippern. Ich habe gestern erfahren, dass ein guter Freund eine Stelle als Pädagoge in der Zeltstadt bekomme hat. Ich bin gespannt, was er berichtet! Schönen Sonntag Abend!

    • Oh, 53 cm!! Was müssen das für Einbußen seitens der Schifffahrt sein. 🙁

      Als Pädagoge in der Zeltstadt zu arbeiten muss eine herausfordernde Aufgabe sein, ich wünsche Deinem `guten Freund´ viel Kraft!

      Liebe Grüße!

  10. beim hören und sehen und lesen von nachrichten hat man manchmal das gefühl, dass unsere bevölkerung nur aus abwehr und hass besteht. und da tut es so gut deinen großartigen beitrag zu lesen.
    jeder kann sich engagieren, es gibt viele möglichkeiten, egal ob man spendet, gegen nazis demonstriert, sich bei dummen äußerungen einmischt, verwandte überzeugt, flüchtlinge betreut, mit ihnen redet und immer und überall seine meinung kundtut: ihr seid willkommen!
    danke, maren!

    • Ja, die mit den Hasstiraden haben ihre klare Haltung, für die gibt es scheints keine offenen Fragen, das muss ein starkes Gefühl sein!
      Mit tausend offenen Fragen, ohne der einen Lösung (wie die ↑ sie haben) – mit Unsicherheiten lässt sich's schwer rumtönen (für mich). Aber das Hass der falsche Weg ist, ist klar, was Menschen in Not brauchen auch und "wer nicht fragt bleibt dumm". Also!

      Danke, mano!

  11. Liebe Maren,
    vielen Dank für deine klaren Worte, die ich, wenn du nichts dagegen hast, gleich mit mit meinem Post verlinken werde. Wir haben am Freitag spontan gesammelt und wurden von Freundlichkeit und Wärme überrollt. Freitagnachmittag sind wir dann mit zwei vollbeladenen PKW zur Antragstelle #LAGESO (hier in Berlin) gefahren, wo seit Wochen Menschen, ohne alles, vor dem Amt übernachten (ging inzwischen breit durch die Presse). Was ich dort erlebt und gesehen habe lässt mich seitdem nicht mehr los. Wir fahren morgen wieder! Lieb Grüße Annton

    • Liebe Annton,
      das Geschehen am LaGeSo verfolge ich – da muss jeder anpacken der kann! Klasse, was Du machst! Natürlich darfste' mich verlinken, haste' schon und gerne so. Je größer die Masse derer die sich äußern und aktiv sein können, desto besser!
      Viele Kraft + liebe Grüße!

  12. Auch von mir, liebe Maren, DANKE! Du sprichst genau aus, was ich denke und mir schwer fällt zu artikulieren. Ich werde mich durch deine Links klicken und durch die Links in den Kommentaren! GLG, Sammy

  13. Liebe Maren, ich bin es nochmal. Du hast mich mit deinem Beitrag wirklich nochmal zum intensiven nachdenken gebracht, danke. Gestern habe ich die Maischberger-Sendung mit Til Schweiger im Internet angeschaut und danach all die Kommentare auf Til Schweigers Facebook-Seite. Ich war schockiert, wirklich. Was da für ein Hass gegen Menschen aufkommt, die schlimmste Dinge erleben mussten. Ich habe wirklich beschlossen, jetzt nicht mehr immer nur zu reden, sondern auch mal zu versuchen, etwas zu TUN. Habe vorhin an eine Flüchtlingsunterkunft bei uns geschrieben, ob sie sich vorstellen können, dass ich immer mal wieder nen Bastelnachmittag mache. Vielleicht klappt es ja… wenn jeder im Kleinen was tut, dann passiert insgesamt viel. Danke nochmal für den Gedankenanstoß! LG, Sammy

    • Und jetzt freue ich mich noch mehr!
      Bastelnachmittag mit Sammy – na klar und so gut!!!

      Es kostet mich immer Überwindung so sensible und kritische Sachen zu schreiben. Umso mehr freue ich mich gerade, dass ich auf den Veröffentlichen-Button gedrückt habe. Du übertriffst meine kühnsten Wünsche die ich mir als Reaktion auf meinen Beitrag erhofft habe!

      Danke Dir + ich hoffe, dass sich Deine super Idee in den Mühlen der Flüchtlingshilfe-Organisation ganz bald verwirklichen lässt!

    • ;)))) Und jeztt freu ICH mich, dass du dich freust und dir die Idee gefällt! Ja, zum Glück hast du auf "veröffentlichen" geklickt! Ich verstehe absolut was du für Bedenken hattest – ich habe für mich zum Beispiel momentan noch die Einstellung, dass ich keine anderen Themen als meine DIY- und Wohnthemen veröffentlichen will, weil ich auch einfach zu wenig Ahnung von der Materie habe. Außerdem macht man sich ziemlich angreifbar – wenn ich mir mal all die Shitstorms anschaue! Schlimm is das! Umso cooler finde ich, dass du es gemacht hast und so nen informativen und aufrüttelnden Artikel verfasst hast;) GLG, Sammy

  14. Unfassbar, wie viele Verschwörungstheoretiker es immer noch gibt. Oder vielmehr: Wie viele davon eigentlich keine dummen Nazis sind, sondern völlig normale Mittelschichtsleute. Unfassbar, wie viele Leute Menschen, die vor Krieg und Terror fliehen, keinen Patz in unserem Land gönnen. Oder Menschen, die streng zwischen "guten" und "schlechten" Ausländern sortieren. Alle vom Balkan sind ja Asylschmarotzer, Wirtschaftsflüchtlinge und so. Rumänen zum Beispiel. Rumänien ist eine EU-Land, genau wie zum Beispiel Lieblingsurlaubsort Italien/Frankreich/Spanien/etc. Franzosen dürfen nach Deutschland kommen, aber Rumänen nicht? Und überhaupt …! Ach, manchmal frag ich mich, was ich dazu überhaupt noch sagen soll. (Jedenfalls habe ich versucht, dem Thema (wiedereinmal) auf meine Art zu begegnen: http://norobotsmagazine.de/willkommen-in-deutschland/)
    Liebe Grüße
    Larissa

    • Bezugnehmend auf Deine guten Worte bei Dir: Bei all der Sprachlosigkeit die man dieser Tage empfinden kann, ist ein willkommenheißendes Lächeln umso wichtiger!
      Jedes.

  15. Ein guter Beitrag. Mehr mag und kann ich nach den vielen Kommentaren nicht mehr schreiben.
    Danke für deine sehr konkrete Liste zu Köln.
    GLG
    Astrid

  16. Pingback: Warum wir es uns nicht leisten können unpolitisch zu sein | Blogger gegen Rechts - MINZA WILL SOMMER

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