Lebensmittel ökologisch und fair | 4 Tipps zum Bezug für jeden Geldbeutel

[Werbung ohne Auftrag | Gutes gehört weiter gesagt]

Verpackungen vermeiden, Lebensmittel wertschätzen statt verschwenden, Bewusstsein für Regionalität und Saisonales stärken, lecker und gesund essen, Lebensmittel ökologisch und fair für jeden Geldbeutel?!

Sind Kapazitäten frei (Zeit, Interesse, Gesundheit, …), ist Nachhaltigkeit bzgl. der Ernährung für jeden Geldbeutel machbar. Das Bio-Siegel ist ein Anfang und es steht für einen besseren Standard als die herkömmliche Landwirtschaft, die immer noch subventioniert wird und die lebensnotwendige Biodervisität stark missachtet, sich im Ursprungsgedanken (in die Zukunft gedacht) quasi selbst vernichtet. (Filmbeitrag: Europas dreckige Ernte.) Das Bio-Siegel steht gleichzeitig auch in Verruf, es geht besser (Demeter, etc.). Die Verpackung, die Bio-Gemüse und Obst manchmal aus Gründen hat, stellt viele vor die Qual der Wahl. Sie lässt sich immerhin fachgerecht entsorgen, die Reformation der auf Profit ausgerichteten Landwirtschaft steht immer noch an. Müsste ich mich entscheiden (muss ich zum Glück i.d.R. nicht), kaufe ich lieber verpackte Qualität statt Etwas aus konventioneller Landwirtschaft. Es ist wunderbar, die Freiheit der Wahl zu haben. Und wenn die Penunzen nicht reichen?

Der nachhaltige Lebensstil ist eine Mischkalkulation. Ein Teil von dem, was bei Einrichtung des Zuhauses, Kleidung, im Bad, Hygiene, Mobilität, im Büro, Elektronik, etc. fast automatisch eingespart wird, steht für die Beschaffung von Lebensmitteln zur Verfügung. Die Preisspanne von einem ‘nachhaltigen’ Ernährungsstil bewegt sich zwischen “teurer als üblich = Wertschätzung für Ressourcen und Verarbeitung” und “umsonst“.

Die Zusammenstellung in diesem Beitrag beinhaltet deutschlandweite, digitale und kölsch-lokale Anlaufstellen für Müllvermeider:innen, Sparfüchse und Lebensmittelretter:innen.

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1. Unverpackt-Läden

Die Liste der Unverpackt-Läden wird erfreulicherweise immer länger. Hier ist eine Liste von  Unverpackt-Läden in und um Deutschland die halbwegs aktuell sein dürfte. Denn es kommen bspw. in Köln stets neue Standorte nach, hier fünf von mehreren Läden in Köln:

Tante Olga 1 Berrenrather Str. 406, 50937 Köln-Sülz
Montag 10-15 Uhr, Dienstag – Freitag 10 – 19 Uhr, Samstag 10 – 15 Uhr
Tante Olga 2 Viersener Straße 6, 50733 Köln-Nippes
Montag 10-15 Uhr, Dienstag – Freitag 10 – 19 Uhr, Samstag 10 – 15 Uhr
Sortiment, vergünstigt einkaufen mit der Kundenkarte
Montags und mittwochs gibt es zudem auf den Einkauf Rabatt für Studenten, Auszubildende, Schüler*innen und Kölnpass-Inhaber*innen

Veedelskrämer 1 Körnerstraße 2-4, 50823 Köln-Ehrenfeld
Montag – Freitag 10-13, 14-19 Uhr, Samstag 10-16 Uhr
Veedelskrämer 2 Neusser Straße 44, 50670 Köln-Agnesviertel
Montag – Freitag 10-19 Uhr, Samstag 10-17 Uhr
Sortiment, vergünstigt einkaufen mit der Kundenkarte

Migori Bonner Straße 66, 50677 Köln-Südstadt
Sortiment, Montag – Mittwoch 10-18.30 Uhr, Donnerstag + Freitag 10-20 Uhr, Samstag 10-16 Uhr

Blogpost Tante Olga – der erste Unverpackt-Laden in Köln
Erläuterung, wie das mit dem unverpackten Einkauf geht und ein Einblick in den Laden.

2. Gerettete Lebensmittel

→ Läden in Köln und Berlin 

The Good Food
Bei The Good Food gibt es wertvolle Lebensmittel von Bauern und Produzenten, die sonst im Müll landen würden: Obst und Gemüse, das nicht der Norm entspricht und auch verpackte Lebensmittel und Getränke, deren Mindesthaltbarkeitsdatum teils überschritten ist.
Richtlinie der Preisgestaltung → Zahl was es dir wert ist! Das Pendant in Berlin → Sir Plus

The Good Food 1 Venloer Straße 414, 50825 Köln-Ehrenfeld
Montag – Samstag 11 – 19 Uhr
The Good Food 2 Büdchen Casablanca, Sülzburgstraße 164, 50937 Köln
Montag – Sonntag 11 – 20 Uhr
The Good Food 3 Retter-Regal im IGLU @ kiss the inuit, Sudermanplatz 1, 50670 Köln
Montag – Freitag 10:30 – 19 Uhr

→ Deutschlandweit lokal per App

Foodsharing
Über die Online-Plattform Foodsharing lassen sich Lebensmittel die nicht mehr gebraucht werden kostenfrei weiter geben und abholen in und um Deutschland herum. Ob von Privaten oder Gewerbetreibenden an Privatpersonen. Online kann man “Essenskörbe” mit den Waren einstellen oder man sieht, wo was angeboten wird, kontaktiert den/die Anbieter:in und holt es ab. Die andere Möglichkeit sind die lokal eingerichteten Fair-Teiler. Welche “Essenskörbe” aktuell online angeboten werden oder wo der nächste Fair-Teiler steht (teils auch, mit was er gerade befüllt ist), lässt sich in der Karte ablesen.

To Good To Go
Die meisten Restaurants, Bäckereien,… halten Waren über dem eigentlichen Bedarf vor, anders als Gastronomie mit Zero Waste-Philosophie (ein Beispiel von immer mehr werdenden: Frea in Berlin). Hier werden nicht mehr Lebensmittel beschafft und weiterverarbeitet als der Bedarf es abfragt.
Mit der App ‘To Good To Go’ kann der Überschuss an Lebensmitteln gerettet werden. Überproduktionen werden von Restaurants, Bäckereien, Supermärkten usw. zu einem vergünstigten Preis angeboten. Über die App nach Angeboten in der Nähe suchen, Gewähltes bezahlen und vor Ort abholen. Beispiele: Portion vom türkischen Abendbuffet für 3,40 €. Portion verschiedener Backwaren für 3 €.

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3. Gutes vom Bauern

Öko-Märkte
Bei diesen speziellen Märkten in Köln bieten ausschließlich Landwirte aus der Region ihre Waren in zertifizierter Bio-und Demeter-Qualität an: Obst, Gemüse, Brot, Backwaren, Käse, Milchprodukte, Fleisch.

Dienstag – Südstadt, Severinskirchplatz 10-18 Uhr
Mittwoch – Innenstadt, Rudolfplatz, 11-18 Uhr
Donnerstag – Agnesviertel, Neusser Platz, 8-14 Uhr
Donnerstag – Rodenkirchen, Maternusplatz, 8-14 Uhr
Freitag – Südstadt, Severinskirchplatz 10-18 Uhr
Samstag – Innenstadt, Rudolfplatz, 8-14 Uhr

Manche Anbieter, generell auf Wochenmärkten, geben Obst und Gemüse z.B. mit Fehlstellen, die nicht zum Verkauf geeignet sind, die sonst im Müll landen würden, gerne ab. Nachfragen, Geld sparen, Lebensmittel retten.

Marktschwärmer
Das sind über deutschlandweite jeweils regionale Netzwerke aus Erzeuger:innen und Verbraucher:innen. Gemeinsam haben sie das Ziel des direkten Zugangs zu regionalen Lebensmitteln für alle, für eine faire Bezahlung der Menschen, die sie machen. “Marktschwärmer ist Teil der gesellschaftlichen Bewegung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und gerechteres wirtschaftliches Handeln.”
Wie das geht? Online wählt man aus dem Angebot der lokalen Schwärmerei aus was man braucht und holt es sich zum Öffnungszeitpunkt bei seiner Schwärmerei ab. Dabei lernt man Erzeuger:innen und andere Mitglieder kennen.

Solidarische Landwirtschaft
Diese Art der Landwirtschaft ist ein deutschlandweiter Zusammenschluss (bis in Regionen der Schweiz) von bäuerlichen Betrieben und konsumierenden Mitgliedern, der die vielfältige Landwirtschaft fördert und erhält und regionale Lebensmittel anbietet. Die selbstorganisierten Gemeinschaften bezahlen Bauern dafür, dass sie Gemüse anbauen. Einmal die Woche bringen die Bauern ihre Ernte zu den jeweils lokalen Verteilstationen und die Mitglieder holen sich ihren Anteil ab. Nebenher bietet die Gemeinschaft Austauschs und die Möglichkeit, selbst mit Kind und Kegel auf dem Feld mit anzupacken.

Auszug der Konzeption der SoLaWi:
“Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, haben meist nur die Wahl entweder die Natur oder sich selbst auszubeuten. Ihre Existenz hängt von Subventionen und  Markt- bzw. Weltmarktpreisen ab. Beide sind Faktoren, auf die sie keinen Einfluss haben und die sie häufig zwingen, über ihre persönliche Belastungsgrenze sowie die von Boden und Tieren zu gehen, oder ganz aus der Landwirtschaft auszusteigen.”

Gemüsekiste
Verschiedene Anbieter:innen bieten über das Internet Gemüsekisten an, teils auch mit einer Vielfalt anderer Produkte. Die Lieferung der Gemüsekiste macht Sinn, wenn man lokal oder aus zeitlichen Gründen keine Anlaufstellen hat, bei denen die Produkte aus sozial fairen und ökologisch nachhaltig aufgestellten Betrieben kommen. Es gibt die Gemüsekiste teilweise als Abo, teils auch ohne Bindung und sie enthält im besten Fall regionales und saisonales Obst und Gemüse, das gerade frisch geerntet wurde.

4. Lebensmittel im öffentlichen Raum


Mundraub
ist eine Online-Plattform die für die Entdeckung und Nutzung essbarer Landschaften, Regionalität und Saisonalität steht. Auf der digitalen Karte der Seite sind unzählige Orte im  öffentlichen Raum markiert an denen man Obst, Gemüse, Nüsse und Kräuter frei ernten kann. Auf der Mundraub-Karte kann man selber neue Fundorte kartieren, gemeinsame Aktionen anlegen und Gruppen gründen oder sich vorhandenen anschließen.

Wie geschrieben, es braucht Kapazitäten wie mindestens Zeit und Interesse, um sich der Thematik ‘Lebensmittel ökologisch und fair’ anzunähern, gerade wenn das finanzielle Budget schmal ist und man nicht einfach drauf los kaufen kann. Ich wünsche mir, mit der Auflistung ein paar Wissenslücken von Möglichkeiten zu schließen.

Liebe Grüße . Maren

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2 Kommentare

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