Korfu

Jassu, was muss, das muss. Herzlich willkommen zum virtuellen “Diaabend”! Irgendwelche Traumata von den immer gleichen Landschaftsaufnahmen, Gravitation der Augenlider, höfliche Lächelstarre? Ich fasse mich so kurz wie es mir meine Kurzfassungsprokrastination erlaubt und bedanke mich im Voraus für die Aufmerksamkeit. So.

Griechenland. Korfu. Agios Georgios. Eine Woche mit dem Lieblingsneffen im Familiensporturlaub (wir waren also nicht allein). Wir wollten Fahrradfahren, Surfen, Kiten, Katamaran fahren,… yay!!! 

Geknickt. Der Neffe hat sich zeitlich ungünstig Sämtliches am Knöchel gebrochen und so lag er (also er chillte) mit seinen schnell gefundenen Kumpels die Woche am Pool und Meer und die Tante radelte, fuhr ins Städtchen, radelte, besuchte Inselkes, radelte … und schlappte am Meer entlang.

Das Meer ist ja überall schön. Aufgepasst am Beckenrand, war auch der Strand sehr nett. “Hallo Meer, da bin ich, entspanne mich.” 

Erledigt. Nächster Tag. (Fasse ich mich nicht wunderbar kurz?) Bei über 30° per Montainbike Berge hoch und runter gejuckelt. “Bisse bekloppt” spielte im Kopf Pingpong mit “Pffft, wäre doch gelacht, wenn ich das Hügelchen nicht unter den Ersten von oben sehe.” Das Meer am Ende der Strecke (also eigentlich auf halber Strecke, weil irgendwann willste ja doch wieder zurück in die Zivilisation (und in den Schatten)) zeigte sich samt Strand und Klippen von seiner Träumchenseite. Ihr ahnt nicht, wie gerne ich Euch Bilder davon zeigen würde!

Am nächsten Tag lieh sich die Supertante ein Quad aus und düste mit Superneffen über die Insel. Heidewitzka, macht das Spaß! Siehe unten, der Spaß meißelte sich in meine Wangen! Doofer Weise blieb mir
dieser Spaß zum Tagesende im Halse stecken. 
Ich habe meine Kamera
verloren!!! Trotz peniblem Absuchen der Strecke ab letztem Knips – weg
war’se. Eine Ziege, die in einem der komisch vielen Rohbauten auf dem
Balkon des 1. OG stand und unempathisch dämlich zu uns runter glotzte habe ich gehörig angebrüllt! ‘Tschuldigung, an dieser
Stelle.

Also, das erste Meer-Abendfoto am Strand ist geflunkert, irgendwann zwischendurch entstanden mit der funzeligen Handykamara, wie alle Fotos. Tollste Bilder vom 1. Neffenflugzeugflug (das Tantenherzerl schmerzt), dem gestrandeten verwitterten hölzernen Segelboot an einem einsamen Strand, ein verlassener Pool der in mir Fantasien von Filmszenen herbeirief, wunderschöne Küstenstraßen, … alles futsch. Und mit ihm das kurzzeitige Aussetzen jedweder Contenance der auf’s sachliche bedachten und der immaterieller Werte bewussten Finanzministerin in mir. F . U . C . K . !

Eine Schweigeblindsekunde in Gedenken bitte.

So. Weiter.

 
↑ Das große Blau, der Wind auf der Haut und in den Ohren. Bei der Fahrt von Antipaxos und Paxos auch das große Nass im Ohr und überall eigentlich. Ich habe selten so viele Leute kotzen sehen. Und ich… haha! Ich liebe es zu segeln, aber mir wird leiderleiderleider schnell schlecht. Ich nahm diesen Trip als Herausforderung und habe mich bewusst vorher nicht über Seegang und Entfernung erkundigt und eine Reisetablette eingeschmissen. Gut, ich stand dadurch derart neben mir, dass man uns überall hätte abstellen können. Aber… der wahnsinnige Wellengang auf der Rückreise war mir ein Riesenspaß! Die Wellen schlugen auf das Boot, teils flogen wir und prallten hart auf die Wasseroberfläche. Ich war sowasvon wach und bekam das Lachen nicht aus dem Gesicht. Die beiden Männer auf der Brücke, mit tiefen Sonnenalterslachfurchen im Gesicht, hatten ihre wahre Freude an mir. Und ich am Meer. ♥

Dieses ↑ Wässerchen wurde uns als “blaue Lagune der Verliebten” verkauft. Pffft – mein erradelter Strand war schöner und vor allem einsamer! Nuja.

↑ Paxos. Nettes Inselchen in Vegetation und geringer Bebauung. Was ich bemerkenswert finde, es wirkt alles so touristisch. Ich meine, ist klar, aber allesallesalles? Erst im Lebenmittelgeschäft, auf der Suche nach Erfrischung, hatte ich den Eindruck der griechischen Unverwechselbarkeit. Waschmittelflaschen, Tierfutter und Knabbersortiment waren in Sortierung und Darbietung sehenswert.


Hinten die Mäuseinsel und vorne eine Kircheninsel. Minzainsel fehlt.

Auf dem Weg nach Kerkira/Korfu Stadt hielten wir am ↑ Achilleion. Hier hat Sissi sich ein Gartenhäuschen gegönnt (Fertigstellung 1892). Schön kühl innen und recht geräumig + der Franzl, der Lump, war nie da. Sagt man.


Das ↑ soll das Bett sein in dem Sissi genächtigt hat. Die Gute war doch so krank, dann muss sie hier viel Zeit verbracht haben. Ob sie sich bei gutem Wohlbefinden mal über die Flure hat flitzen lassen? Oder wechselte sie rollend öfter das Schlafgemach? Und wie war das des Nachts wenn es mal ruckelte? Also der schlimme Husten und so. Feststelldingsbums an den Rollen gibt es nicht. So war es vielleicht des Morgens eine Überraschung, wo sie sich wieder hingehustet hat.
Dieser Ausblick ist ein Träumchen.  Also nicht erst draußen, drinnen schon. Nicht wahr? Wenn schon fiebrig und kalter Schweiß … dann gerne hier!

So. Vorab. Ich bin ja recht bodenständiger Natur, aber 1 x Sissi spielen – m u s s ! Ich erwischte einen
Moment des Alleinseins und schritt, ein Jahrhundert zurück fühlend, die Stufen hinab. Tedemm, tedemm, tedemm …

‘N schicken Garten hat das Häuschen auch. Würde meiner so 100-200 mal rein passen. Vielleicht auch 1000 mal, bin nicht gut im Flächen schätzen. Aber Schätzkes hat sie da einige rangetragen. Statuen, wie sich das für so ‘ne griechische Butze gehört. (Ich könnte jetzt was erzählen, aber ist ja bei Wikipedia aufbereitet und anderen halbweisen Portalen – kurz fassen, kurz fassen, kurz fassen.)
In der Hauptstadt bin ich vom Wege abgekommen und stand dann auf einer Festung mit nettem Rundumblick.

Streetart ist ‘ne Rarität, aber ein bisschen was fand sich.

Anekdötchen (die Prokrastination setzte ein): Inmitten der engen Gassen, gefüllt mit Touristenplunder, hielt ich bei einem der vielen Olivenholzläden an. Die Verkäuferin die am Ladenpfeiler stand hatte was – besondere Ausstrahlung. Falten, Lachen, die Augen … Nach kurzer Plauderei führte sie mich in die hintenraus gelegene dunkle Werkstatt und mit Schnappatmung rotierte ich wie ‘ne Kugel im Flipper. Wunderschöne Brettchen, Schalen, Dosen, … die nur ein verworfener Versuch im Produktionsprozess seien. Zu einem Spottpreis wählte ich vier Teile (in Gedanken an das zulässige Airline-Koffergewicht, verdammte Zucht). Tolle Frau, urige Werkstatt, feines Holz, schönes Erlebnis! Eines ist schon verschenkt.

Sie fragte ich auch, wo sie denn so einkaufen und essen würde, da ich nuuuur Touristenschnickschnack sah. Sie beschrieb mir Wege… und ich fand ein Restaurant, dessen goldener Knauf mich magisch anzog.

Was soll ich sagen. Genau da aßen wir abends. Also ein paar der anderen Mamas und Papas und Teilzeitmamas und Teilzeitpapas und ich Tante. Seeeehr glückliche Tante mit vollen Wangen und glücklichem Bauch. Das Foto von dem grandiosen sehr einfachen schlichten Interieur ist mit der Handyknipse so schlecht geworden, wie es tatsächlich schön ist. 



Nach guter Nacht war ich gerne morgens zeitig im zu “uns” gehörigen Nachbarhotelchen von den Alleinreisenden. Über den Tennisplatz gehüpft… mit Blick auf Berge und Olivenhain, Bahnen schwimmen. Das ist Urlaub!

Zwischendurch am Tag ein Päuschen auf meiner heißen Urlaubsliebe, die ich eiskalt zurück lassen musste.

↑ Die stehen da überall rum und in dem Zuge fällt mir ein… Klasse finde ich, im Sinne von sinnig, dass dort Todesanzeigen an Laternenmasten kleben. Im Zuge des Rückgangs der Tageszeitungen, habe ich mich letztens wieder gefragt, wie man heute “zeitgemäß” über Tode informiert wird. Kein schönes Thema, aber ich muss da mal eben ran. Wird die Todesinformation irgendwann über die Einwohnermeldeämter (oder wo auch immer so ein Tod amtlich registriert wird) mittels Facebook-/Twitter-/Google+/…-Verknüpfung bekannt gegeben?
Einfach die Bewehrung raus stehen lassen und das Haus ist Jahrzehnte in der Bauphase und frei von Grundsteuer für Haus und Hof. Ich schreibe nicht, was ich denke, weil ich zu wenig Ahnung von dem großen Ganzen der dortigen Krise habe, aber a weng kopfschüttelig ist mir dabei zumute.
Anders kopfschüttelig ist mir bei den sehr netten Bars, Spilunken und Restaurants die in einer Perlenkette direkt am Meer liegen. Gutes Essen, ein leckeres Getränk, Musik und der Blick auf’s weite Meer …

Oder als Prinzessin vom Liegenthron aus. 
Wir neigen uns dem Ende (Ihr seid so tapfer!).

Schön + kurz.
Adio Korfu! 
Efcharistó für Eure Aufmerksamkeit!

Pollús chäretismús, Minzamarefoulidou

7 Kommentare

  1. (Na toll – mein Rechner spinnt und jetzt ist der Kommentar futsch). Im ersten Kommentar schwärmte ich angesichts Deiner Bilder, wollte mit Dir in den Urlaub … weil Du sooo tolle Sachen siehst und findest und fragte mich, wie viele Ausrufezeichen wohl in so ein Kommentarfeld passen. Wegen der Begeisterung und so.

    Mach es Dir wunderbar!
    Steph

  2. Danke für diese wunderbaren Aufnahmen, die Erinnerungen an einen ganz wunderbaren Urlaub in mir wachrufen.
    Ich sollte wohl mal die Fotokiste wieder hervorkramen 😉
    LG sanne

  3. Da wird in wenigen Tagen die Sehnsucht nach Meer und Mehr gestillt und uns dann so wundervoll präsentiert. Schei* was auf die Knipse, erstens weil die Bilder auch so vermitteln wie toll es auf Korfu ist und weil die Bilder in deinem zarten, klugen Köpfchen doch eh für immer verwurzelt sein werden. Ich träum mal kurz, vor allem weil ich noch nie in Griechenland war und unbedingt hin möchte..
    Lass es dir gut gehen..

  4. Verdamp lang her, dass ich auf Korfu war ( ich glaub fast 40 Jahr ). Aber das Meer ist immer noch da, die Hilijehüsje, die griechische Küche – danke fürs Mitnehmen!
    LG
    Astrid

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