Köln, Glück, Banane + Baumgärtel


Glück
ist, wenn Straßenmusiker eine fremde alte Dame und mich zu glücklichen Zuhörern vereint und ein paar gewechselte Worte den Tag perfekt machen. Pech ist, wenn der Klapprechner schon wieder
kaputt ist und ich ohne Bilder und Programme nicht weiter komme. Glück ist, wenn einer dran schraubt und ein anderer mir einen Laptop leiht. Noch mehr Glück ist, warme Füße, ne gute Ausstellung und neue Bilder!


Zeitig ging es am Samstag um’s Eck zur Galerie 30works von Gérard
Margaritis. Begrüßt, umgeguckt, geknipst, Plauderei über Gesundheitszustände im Zusammenhang mit kalten Füßen … und schnell war die Galerie fußwarm gut gefüllt.

Ausstellung: Cologne – eine Hommage an die Stadt von Thomas Baumgärtel

Seine Banane ist weltweit bekannt und es gibt noch so viel mehr
als die gelbe Frucht: Objekte, Druckgrafiken, Collagen, Zeichnungen,
Wandmalereien, Übermalungen und Übersprühungen von Fotos und alten Gemälden, … und Bananen-Pointilismus.
 

Seine erste Banane, als Markierung eines Kunstortes, sprühte Thomas Baumgärtel 1986. Er studierte dann Freie Kunst und Psychologie in Köln und blieb. Er liebt die Stadt, er
kritisiert, thematisiert und zeigt sie motivisch. Bis zum 13. März 2015 sind zahlreiche Arbeiten in der Galerie zu sehen.
Und zu kaufen. Und ich gucke und träume von einem Leben in Saus und Lieblingskunst an heimischen Wänden. Ich nehme die Brücke.

Hohenzollernbrücke über dem Rhein

Erstmalig ausgestellt ist der “Totentanz der Künstler”, 2011, Acryl/Spraylack auf Metalltüren der Halle 1 der Clouth-Werke, in denen er sein Atelier hatte.
Heliosgebäude in Köln-Ehrenfeld

Plauderei, 20:22 Uhr

1998 zum 750-jährigen Domjubiläum wurde die 4 Tonnen schwere Bananenskulptur in einer Blitzaktion janz in Echt vor das Hauptportal
des Kölner Doms platziert.

Kranhäuser von Hadi Teherani im Kölner Rheinauhafen

Nach dem Stelldichein von KölnLiteraturPreisträger, Publizist, Rundfunkautor, Geschichtenerzähler, …
Dr. Martin Stankowski, Bananensprayer Thomas Baumgärtel, Leiter des Kölner Rosenmontagszugs Christoph Kuckelkorn und Galerist Gérard Margaritis gab es Inhalte.

Den Ausführungen von Herrn Stankowski im Bananenpulli hätte ich noch länger zuhören wollen, wenn, … denn, neuen Worten und derart Wissenswertem bin ich ein Schwamm. Neu im minzastischen Repertoire: Affiche = Plakat. Baumgärtel nutzt die aufeinander geklebten Plakate, löst sie ab und übermalt die “Papiermatte”. Überlagerungen der Plakate, Abdrücke, Reststücke wirken mit dem Bild. Sieht man da unten. Oder bei der Hohenzollernbrücke.

…und wenn an dem Abend nicht noch eine Einladung angestanden hätte, hätte (hätte Fahrradkette) ich mich frei von schlechtem-Zuspätkommer-Gewissen nicht inmitten der Rede fortgeschlichen. Ohne Schüsssagen.

Und eigentlich
dachte ich, so ein Bananensprayerautogramm von Thomas B. für den
Gastbgeber wäre als Entschuldigung für’s Zuspätkommen nett von mir. Sehr
nett wäre auch eins in meiner Küchengalerie gereiht, aber bei
dem entwaffnendem Lächeln traute ich mich nicht und danke für den netten
Baumgärtelblick (in Bananengelb).

Schüss Gérard
Margaritis, schüss Thomas Baumgärtel, herzlichen Dank für den guten warmen gelben Abend + noch viel Erfolg und glückliche Besucher!

Leev Jröß 🙂 Minza

Galerie 30works
“Cologne” bis zum 13. März 2015
Antwerpener Straße 42, 50672 Köln
geöffnet Di-Fr 15-19, Sa 11-17 Uhr

4 Kommentare

  1. ich bewundere menschen, die nichts weiteres als eine sprayflasche und ein stück wand brauchen um kunst zu schaffen :). und toll, dass diese art von kunst jetzt auch gezeigt und anerkannt wird. liebe grüße, sabine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.