Dein nachhaltiger Kleiderschrank | Mode und Umweltschutz

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Die Auswirkungen der Modeindustrie auf die Umwelt sind radikal und bedürfen einer Reformation. Auch wir selber können unseren Beitrag leisten. Hier kommen Tipps für einen nachhaltigen Kleiderschrank. 

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Übersicht und Pflege

  1. Übersicht behalten durch Ausmisten: Was trage ich noch? Worin fühle ich mich wohl, worin nicht? Was kann weg?
  2. Möglichkeiten zur Verlängerung der Nutzungsdauer für das was weg kann: Tauschen, Flohmarkt, Verkauf an Secondhand-Läden oder über Online-Verkaufsplattformen (möglichst ohne Versand, Einsparen von Verpackung, Emissionen, etc.), Spenden an karitative Einrichtungen und damit soziale Arbeit unterstützen.
  3. Übersicht behalten durch sinnvolle Sortierung nach Saison, Kategorie und der Kleidung entsprechender Aufbewahrung: ordentliches Falten, Legen und Hängen erspart Bügeln und ist eine Sache der Wertschätzung der Kleidung, der verarbeiteten Ressourcen, die Arbeit von Menschen.
  4. Möglichst wenig waschen schont die Kleidung. Häufig hilft schon Lüften und wenn da mal ein Fleck ist – zeitnah per Hand auswaschen. 
  5. Pflegesymbole beachten und statt aggressive herkömmliche Waschmittel, Öko-Waschmittel, Kastanien, Efeu nutzen.
  6. Wäschewaschen mit niedrigen Temperaturen spart Energie. Die Energiemenge einer 60-Grad-Wäsche reicht für drei Trommeln Wäsche mit 30 Grad.
  7. Kunstfaser-Textilien im speziellen Waschbeutel waschen (fängt Mikrofasern auf).
  8. Reparatur und Upcycling: Schuhe mit abgelaufenen Absätzen zum Schuster bringen. Knöpfe annähen oder Löcher flicken. Schneider:innen, Repaircafés, Repairstation bei Kleidertauschs helfen bei der Umsetzung oder dem Erlernen von Fertigkeiten.

Konsumverhalten

  1. Weniger kaufen und bewusstere Kaufentscheidungen fällen, ruhig mal eine Nacht darüber schlafen (brauche ich das wirklich?).
  2. Von Rabattaktionen nicht zu mehr hinreißen lassen als gebraucht wird oder nachhaltig Freude bereitet.
  3. Einstellungssache: Alles zu teuer? Jedes Kleidungsstück entstand aus Ressourcen und Arbeit entlang der Produktionskette – es ist seinen Preis wert.
  4. Sich nachhaltig zu kleiden, nutzen was da ist, sinnvolles Ergänzen und Kreativität kosten nicht mehr Geld – ganz im Gegenteil.
  5. Neues an die vorhandene Garderobe anpassen für maximale Kombinationsmöglichkeiten. #CapsuleWardrobe
  6. Zeitlose wertige Designs sind eine gute Grundlage für modische und extravagante Lieblingsteile.

Buy less, choose well, make it last. 
Vivienne Westwood

Secondhand first

Nach dem Exkurs entlang einer kleinen Auswahl meiner Kleidergeschichten, die zu über 90% aus 2. Hand stammen, hier die möglichen Quellen des Textilglücks:

  1. Upcycling DIY: Aus Altem Neues kreieren. #refashion
  2. Das Image von Secondhand-Läden ist längst überholt: Die Textilien sind ausgewählt, Läden gepflegt, die Präsentation schafft schnelle Orientierung.
  3. Der Einkauf in Sozialkaufhäusern unterstützt deren soziale Arbeit, Bsp. in Köln BfO, Emmaus, Fairstores und anderswo. Jede:r ist dort zum ‘nachhaltigen Einkaufen’ aller Waren des Bedarfs willkommen (Kleidung, Möbel, Elektro, Hobby, …). Wir leben in solchen Massen, dass niemand Bedürftigen etwas wegnehmen kann (wie ich immer noch häufig als Annahme höre).
  4. Wer das Suchen und Finden liebt, ist auf dem Flohmarkt genau richtig.
  5. Wer nicht gerne stöbert, ist in Secondhandläden gut aufgehoben – sie stellen ihr Angebot nach Stil, Qualität und Marken zusammen und beraten professionell bei der Anprobe.
  6. Mit Lust auf stets neue Lieblingsteile – für den ist der kuratierte Kleiderverleih was, ein riesengroßer gemeinsamer nachhaltiger Kleiderschrank, in Köln und Freiburg die Kleiderei  – Stil hast du, Kleider leihst du.
  7. Online-Verkaufsplattformen: lokal kaufen/abholen, Versand meiden (CO²-Emissionen, Reifenabrieb/Mikroplastik, Verpackungsmüll, etc.).
  8. Tauschen mit Freund:innen, Kleidertauschevents besuchen oder selbst organisieren (hier sind Tipps zur Planung und Druchführung). In Köln gibt es ganzjährig das stete Angebot des „Öko Loops“ im IGLU von kiss the inuit. Dort wird 1:1 Fair Fashion gegen Fair Fashion getauscht.

Öko-faire Mode 

  1. Ein nachhaltiger Kleiderschrank zeichnet sich nicht nur den gleichen Massenkonsum in ‘grün’ aus, auch öko-faire Mode verbraucht Ressourcen.
  2. Auf Siegel achten für die Einhaltung von Menschenrecht und Umweltschutz. „Grüner Knopf“ – nein, “GOTS” – besser. Greenpeace und FemNet informieren.
  3. Naturmaterialien bevorzugen: z.B. Leinen oder Hanf, möglichst kein Mischgewebe.
  4. Materialalternativen: recycelte Materialien, ökologisch nachhaltige Fasern auf Holzbasis wie z.B. Lyocell® / Tencel®. Achtung: auch recycelte Kunststoffe geben beim Waschen Fasern ab (Mikroplastik in Gewässern).
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Demo angemeldet zur Fashion Revolution 2019 – der harte Kern zum Schluss. ♡ Mach das auch, geht ganz einfach!

Und was lässt sich außerdem machen?

  1. Aktivismus – ein nachhaltiger Kleiderschrank für alle!
  2. Missionieren ist ätzend, (vor-) leben gut! 
  3. Petitionen unterzeichnen, Demos besuchen und initiieren, Aktionen und Veranstaltungen mit Wissensvermittlung und Austausch planen, Social Media aktiv nutzen
  4. Zusammenschluss mit anderen gleicher Motivation. Wissen hinzugewinnen und teilen, z.B. bei den FairQuatschen-Treffen von FemNet in Köln und Bonn. 

Es ist besser, unvollkommen zu beginnen, als perfekt zu zögern. 
Bodo Schäfer

Ein nachhaltiger Kleiderschrank ist ein Prozess. Es geht um Wertschätzung der Natur, die für Mode nutzbaren natürlichen Ressourcen, der Arbeit von Menschen entlang der Produktionsketten vom Anbau, dem Design über die Fertigung und den Vertrieb. Und es geht um die eigene Seelenhygiene im Umgang mit Mode, Umweltschutz und Gerechtigkeit – für den Spaß an Mode ohne schlechtes Gewissen.

Liebe Grüße . Maren

2 Kommentare

  1. Ein sehr guter Beitrag und Fakten, die jeder berücksichtigen kann und sollte.
    Ich nutze die jetzige stay-at-home-Phase zum Ausmisten, Sortieren und vor allem kaufe ich nichts Neues mehr zum Anziehen. Und das Beste daran: mir fehlt nichts.
    Was auch hilft, die Kleidung saisonal wegzupacken. Ich freue mich immer nach einem halben Jahr die “alten” Blusen und T-Shirts aus dem letzten Sommer wiederzusehen.

    Frau Schmitz

    • Minza will Sommer

      Danke Dir!
      Ohja, Ausmisten in dieser Phase ist eine der beliebtesten Tätigkeiten und Deine Erkenntnis wünsche ich ganz vielen. : )

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