3 Tage + 72 Stunden Berlin

Ich war weg. Ein bisschen. 3 Tage + 72 Stunden extra.

Nach einem krönenden Abend im Chamäleon Theater bei Dummy (Blogpost von Sonntag), waren die drei Tage mit meiner Freundin viel zu schnell vorbei und Alfred bot mir in idyllischer Gartenstadt-Atmosphäre weiterhin Heim und Gespräch. So schön!

Sonntag ging es erst ins Museum für Fotografie, und dann stolperte ich von einem Flohmarkt zum nächsten. Der auf der Straße des 17. Juni lag auf dem Weg, an dem der Velothon vorbei sauste und später ging es dann zum Mauerpark. Nach ein paar Entdeckungen und bei netten Begegnungen wurde die Zeit nebenan bei Karaoke und Leckereien vertrödelt. Während hier (Tanzbrunnen, Köln, Linus Talentprobe) der Mut nicht selten mit Ausbuhen ein doofes Ende nimmt, wird im Mauerpark jeder auf seine Weise gefeiert. Sehr lustig, rührend, einfach eine nette Sache für Augen und Ohren (und wehe Füße).

Dank dem zeitraffenden informativen Blättchen der Deutsche Bahn stand das Museum für Fotografie auf meinem Plan. Fotos von Helmuth Newton, eine Nachbildung seines Wohnzimmers, Kleidungsstücke, persönliche Notizen, Plakate, Requisiten, Briefwechsel, Veröffentlichungen, Videos seines Schaffens. Sehr interessant, nicht überfüllt an Ausstellungsstücken und Besuchern.
In der U-Bahn habe ich die Frau mit den traurigsten Augen gesehen. Der Anblick allein trieb mir das Wasser in die Augen und mein Kopfkino ging hoffentlich völlig an der Realität vorbei. Ein so liebes herzliches Kompliment einer alten Dame wiederum versüßte das Warten auf die Bahn -ach was- den ganzen Tag! 
Ich suche ja schon seeeehr lange ein neues Sitzmöbel, habe diverse Ansprüche (abnehmbarer Bezug, Härtegrad, schlaf- und kuschelgeeignet, Material, Farbe, Kubatur, …) und meine Budgetbereitschaft stieg proportional. Und – ich komme der Sache näher. Montagfrüh ging es mit einem lange im Hinterstübchen gemerkten Sofa in den Store in Berlin mit der inständigen Hoffnung, dass das angedachte Stück dort testbereit steht. Und??? Ich betrete den Laden und gerade sind die Herren fertig mit dem Aufbau. Läuft!!! Es saß sich gut, es saß sich hervorragend, es ließe sich rumlümmeln. Die Herren waren sehr charmant und los ging es. Welche Farben, Materialien, Füße,…
Ende Juli wird ein Laden in Düsseldorf eröffnet, die Bezüge werden wahhhhrscheiiinlich bald einzeln zu bestellen sein und weitere Holztöne seien angedacht. Ey, ich suche schon so lange, da kommt’s nu auch nicht mehr drauf an! Liebe Fashion-for-Homies, gebt Gummi!
Ein paar alte Fotos habe ich hier reingeschummelt. Im Jüdischen Museum, von Architekt Daniel Libeskind war ich vor vielen Jahren und ein Besuch ist bei guter Verfassung meines Erachtens ein Muss! Allein die Architektur beeindruckt, bedrückt… Ausstellungsstücke treffen wissenswert und emotional. 
Diesmal vollgepackt mit Shoppingtipps ging es los und überraschend, das meiste kannte ich. Namen vergesse ich so schnell, aber Straßen und Läden einmal gesehen, bleiben hängen. Machte aber nix, die altbekannten Ecken müssen eh stets auf den Wandel der Zeit überprüft werden, ne?! So schlich ich lange in Mitte rum, an den Hackeschen Höfen entlang, Schönhauser Allee, Mulackstraße mit “Das neue Schwarz”, Schnäppchenglück bei “Strenesse”, Selbstbespaßung in der 360°Spiegelumkleide bei “Monki” (oder wo war das?), … für die Bar 3 hinter der Volksbühne und ein kühles Kölsch war ich zu früh und für meine Füße lange genug unterwegs. Beim nächsten Mal!
Am nächsten Tag ging es durch Kreuzberg und zum Prenzlberg, den ich shoppingmäßig noch gar nicht kannte. In Kreuzberg war ich verwundert. Habe ich mich verändert oder die Seconhandläden? Ich kam, sah und ging. Weder die Masse macht’s, noch ausgesuchte Teile
die mit luxuriösem Platzangebot an Kleiderständern mit saftigen Preisen angeboten werden. Da lob ick mir die 2.Handjeschäfte meines Vertrauens, wa?!
Am Prenzlauer Berg hatte ich wohl ein blödes Timing oder warum scheinen die Bürgersteige an einem Dienstagmittag wie hochgeklappt? Mittagsschlaf. Die ersten 8 von 10 aufgesuchten Läden hatten geschlossen und so ging ich wieder, aber nicht ohne den entdeckten geschmacktrefflichen Abend- und Brautmodenladen von Anne Wolf im Hinterkopf!
Tipps:
→ Klasse finde ich die in den Geschäften ausliegenden “Shoppingguides”. Sie geben einen guten Überblick über unterschiedlichste Läden und leckere Pausen. Ich habe mir für’s nächste Mal oder Weitergeben an alles besuchte was dran gekritzelt.
→ “So Leb’ Ich” stellt in seiner Cityguide-Reihe u.a. Touren durch verschiedene Stadtteile Berlins vor. Schwerpunkt “Einrichten” und Pausen für Sehenswertes oder Kulinarisches kommen ebenso nicht zu kurz.
→ Mit den Öffentlichen, der BVG kommt man ja überall hin und die 22,90 € haben sich für meine 72 Stunden extra mehr als gelohnt!
Wieder daheim. Danke liebste Freundin, danke lieber Alfred für Obdach und feines Ausführen – bis ganz bald mal wieder!
Bildquelle der Fotos die nicht von mir sind: 6 elle.de, 7 architonic,com, 8 kunstmagazin.de, 9 kunstauktionen-duesseldorf.de, 11 fashionforhome.de.
fin.

6 Kommentare

  1. Wunderbare Bilder und ganz neue Perspektiven auf mein "Zuhause". Schön!

    Herzliche Grüße
    I.

    PS: Magst du mir vielleicht mal ein Interview geben?

  2. BENEIDENSWERT !!! danke für die wunderbaren Einblicke in eine großartige Stadt…nur zu gerne hätte ich dich begleitet, schafft du es doch immer dir die Sahnestückchen rauszupicken bzw Dinge wahrzunehmen, an denen andere achtlos vorübergehen….es grüßt dich allerliebst Uli, die Kramerin (die jetzt schon dicke Schweißperlen auf der Stirn hat)

    • Ach Uli, wie gerne würde ich mal mit Dir durch die Straßen, über Märkte und Wiesen ziehen! Ich vermute eine vielseitig schöne Sause!!!

      Gerade einen Volgel gerettet (ins Büro geflogen und den Ausgang nicht gefunden, der Arme) + wartend auf Gewitter…

      Mensch, was seid Ihr früh wach!

  3. Da hast Du eine Menge gesehen. Auch für mich (in Belrin lebend) ein Anlass, die Stadt mal wieder nach Neuem zu erkunden, vielen Dank!

    • Freut mich sehr + ich kenne das so gut, wie lange möchte hier, im kleinen Köln, mal eine Stadtrundfahrt im Oben-ohne-Touri-Bus machen; es gibt so viel um uns rum zu entdecken! Der Bus fährt fast direkt vor meiner Haustür lang – was wird da wohl erzählt???
      Ich habe ein paar Fotos von vergangenen Berlinbesuchen dazu geschummelt, aber meine Füße haben mich auch diesmal wirklich weit gebracht! (Danke Füße!)

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